Vor allem das Paketgeschäft der Post boomt derzeit. | Bildquelle: dpa

Online-Handel in Corona-Zeiten Paket-Boom steigert Post-Gewinne

Stand: 10.11.2020 13:03 Uhr

Der Paketboom dank des florierenden Onlinehandels lässt die Kassen bei der Deutschen Post im dritten Quartal klingeln. Auch zum Thema Corona-Impfstoff meldete sich Post-Chef Appel heute zu Wort.

Das Management sieht das Logistikunternehmen für die Verteilung eines möglichen Corona-Impfstoffs gerüstet. Der Konzern stehe zur Verteilung bereit und befinde sich dazu in Gesprächen mit Pharma-Konzernen und Regierungen, sagte Konzernchef Frank Appel anlässlich der Quartalszahlen zum derzeit beherrschenden Thema.

Frank Appel, Vorstandsvorsitzender Deutsche Post
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Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post AG, am Steuer eines elektrisch angetriebenen Paketzustellfahrzeugs

Die Post könne auch Impfstoffe transportieren, die extrem gekühlt werden müssten. "Die Verteilung wird nicht an der Logistik scheitern", betonte Appel. Die Kontraktlogistik-Sparte des Konzerns betreibt etwa weltweit über 180 auf die Bedürfnisse der Pharma-Industrie zugeschnittene Standorte, in denen empfindliche Medizinprodukte etwa in verschiedenen Temperaturzonen gelagert und verpackt werden können.

Corona-Bonus für die Mitarbeiter

Für die logistischen Bedürfnisse des Alltags ist die Post nach Ansicht des Managements natürlich auch gerüstet. Die Vorfreude auf Weihnachten steigt jedenfalls schon: "Dieses Jahr rechnen wir mit einem Paketboom, wie wir ihn noch nicht gesehen haben", so Appel. Wegen der Corona-Krise und des damit zusammenhängenden Booms im Online-Handel hat die Deutsche Post längst eine Paketflut zu bewältigen. Im dritten Quartal habe man in Deutschland 367 Millionen Pakete verschickt und damit 11,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die Umsätze im Segment Post & Paket Deutschland erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,4 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro, das operative Ergebnis stieg von 304 Millionen auf 320 Millionen Euro. Ohne einen Corona-Bonus von 300 Euro pro Mitarbeiter und eine tariflichen Einmalzahlung wäre er noch höher ausgefallen.

Weitere Kursinformationen zu Deutsche Post

Offenbar möchte das Management nicht nur die Aktionäre mit einem hohem hohen Ergebnis zufriedenstellen, sondern auch in die Zufriedenheit der Angestellten investieren, die in Pandemiezeiten besonderen Belastungen ausgesetzt sind.     

Gewinnsprung und Umsatzwachstum

Der Gesamtumsatz des Konzerns stieg im dritten Quartal um 4,4 Prozent auf 16,2 Milliarden Euro. Da es in Bereichen wie dem Expressgeschäft sehr gut lief und man dort viel profitabler wirtschaftete, erhöhte sich der Nettogewinn sogar um etwa die Hälfte auf 851 Millionen Euro.

Trotz des erfolgreichen Quartals gehört die Aktie der Post im Dax zu den Kursverlierern. Analyst Christian Obst von der Baader Bank meint, der Onlinehandel werde den Bonnern zwar auch 2021 und 2022 in die Karten spielen. Der Auftrieb durch interne Optimierungsmaßnahmen aber lasse nach.

ts

Quelle: boerse.ard.de
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