Jim Hackett

US-Autobauer Führungswechsel bei Ford

Stand: 04.08.2020 17:33 Uhr

Schon wieder ein Führungswechsel beim US-Autobauer Ford: Konzernchef Jim Hackett wird die Unternehmensspitze im Herbst abgeben, nach nur drei Jahren im Amt.

Neuer Vorstandschef wird Jim Farley, der seit einigen Monaten bereits das operative Geschäft des zweitgrößten US-Autobauers leitet. Der 58-Jährige werde mit Wirkung zum 1. Oktober neuer Präsident und CEO von Ford, teilte der Konzern heute mit.

Jim Farley
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Jim Farley wird neuer Ford-Chef

Jim Hackett (65), der den Umbau des Traditionsunternehmens 2017 einleitete und unlängst die Kooperation mit Volkswagen bei Elektroautos einging, geht in den Ruhestand. Er soll in den kommenden Wochen mit Farley zusammenarbeiten, um einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen.

Farley galt als Kronprinz

Hackett war eigentlich als Modernisierer angetreten. Auch sein Vorgänger Mark Fields hatte den Spitzenposten nach nur rund drei Jahren schon wieder geräumt. Der frühere Europachef Farley galt schon länger als Kronprinz. Er war im März zum Chief Operating Officer berufen worden und damit für alle globalen Märkte, das Automobilgeschäft und die Themen neue Mobilität sowie autonomes Fahren zuständig.

Farley tritt in einer schwierigen Zeit an die Konzernspitze, da Ford noch mitten in der Neuausrichtung steckt. Experten zufolge zeigt der Personalwechsel, wie schwer Ford sich weiter mit dem Wandel der Autoindustrie tut. Der Konzern steckt in einem tiefgreifenden Umbau, hat in den vergangenen Jahren verstärkt auf Elektromotoren, aber auch auf größere Automodelle wie Pickups und SUVs gesetzt. Und jetzt ist auch noch die Corona-Krise dazu gekommen.

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VW bewahrt Ford vor Verlust

Dass der Konzern im zweiten Quartal statt eines Verlustes einen Nettogewinn von 1,1 Milliarden Dollar erzielte, hat mit Volkswagen zu tun. Die Wolfsburger überwiesen 2,6 Milliarden Dollar für eine Beteiligung an der Ford-Tochter Argo AI für selbstfahrende Autos. Dadurch stieg der Wert der Firma, an der Ford und VW nun je 40 Prozent halten, auf 7,5 Milliarden Dollar. Operativ schrieb Ford dennoch rote Zahlen.

Dank ausreichender Liquidität sieht sich Ford für die nächsten Monate aber gerüstet, um in der Krise zu bestehen. Das Unternehmen setzt beim Absatz auf Modelle wie den neu aufgelegten Bestseller F-150 und den SUV Ford Bronco.

Für das laufende dritte Quartal hat der scheidende Konzernchef Hackett einen Vorsteuergewinn zwischen einer halben und 1,5 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt, wozu auch weitere Einsparungen beitragen sollen. Für das vierte Quartal, wenn Farley das Ruder übernimmt, geht der Vorstand von einem Verlust aus.

lg/rtr/dpa

Quelle: boerse.ard.de
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