GFK

Konsumklima So kommt die GfK zu ihren Daten

Stand: 23.04.2020 12:47 Uhr

Freier Fall, riesige Verunsicherung, Verbraucherstimmung auf Rekordtief: Entscheidungen in Politik und Wirtschaft hängen auch von den Daten von Marktforschungsinstituten wie der GfK ab. Woher wissen die GfK-Experten eigentlich, wie es um unsere Laune gerade steht?

So schlecht war die Stimmung bei den Verbrauchern wohl noch nie, wie die frischen Zahlen zum GfK-Konsumklima heute beweisen sollen: Es sei ein Rekordtief, liest man, jedenfalls was die von der GfK ermittelten aktuellen Daten betrifft.

Aus den Wünschen, Sorgen, Meinungen und Vorstellungen der Verbraucher, die GfK-Fachleute durch gezieltes Fragen zu ermitteln versuchen, wird eine Ziffer, die uns heute den Grad der Verunsicherung zeigen soll: Das Barometer fällt scharf auf minus 23,4 Punkte. Die Verbraucher befänden sich in einer "Schockstarre", kommentiert der GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl.

Ein Blick zurück nach vorn

Für die aktuellen Zahlen hat die GfK, die Gesellschaft für Konsumforschung, wie jedes Mal rund 2.000 telefonische Verbraucherinterviews geführt. Der Befragungszeitraum für die aktuelle Analyse war vom 1. bis 14. April 2020, heißt es dazu. Würde die Umfrage heute gemacht, sähen die Antworten angesichts der jüngsten Lockerungen vermutlich etwas freundlicher aus.

Einkaufstraße
galerie

Einkaufstraße vor der Corona-Krise

Aber dass Konjunkturindikatoren dieser Art im Grunde ein Blick in die Vergangenheit sind, liegt in der Natur der Sache. Der Verbraucher selbst weiß natürlich am besten, ob er sich gerade in Schockstarre befindet.

Die Ergebnisse sind laut GfK ein Auszug aus der Studie "GfK-Konsumklima MAXX", die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. Die Stimmung der Wähler ist für die Politik natürlich interessant. Die Akteure auf den Finanzmärkten sowie Unternehmen beobachten solche Daten ebenfalls, da sie ihre Entscheidungen zumindest auch danach richten müssen: Ist die Konsumneigung beispielsweise schlecht, könnte das Aktien der Unternehmen aus Konsumgüterbranche belasten, weil die Nachfrage schwächelt.

Von der Börse genommen

Mathias Döpfner und Friede Springer
galerie

Axel-Springer-CEO Mathias Döpfner und Friede Springer

Das von der GfK ermittelte Konsumklima bezieht sich ausdrücklich auf die gesamten privaten Konsumausgaben, heißt es dazu. Der Einzelhandel mache dabei lediglich etwa 30 Prozent der privaten Konsumausgaben aus: "Der Rest sind Dienstleistungen, Reisen, Miete, Gesundheitsdienstleistungen sowie der gesamte Wellness-Bereich."

Das Nürnberger Unternehmen wurde 1934 gegründet und bietet Marktforschung, Daten und Analysen in so ziemlich allen Branchen an. In Deutschland ist der Konzern vor allem durch die Ermittlung der TV-Einschaltquoten bekannt.

Vor einigen Jahren wurde GfK vom US-Finanzinvestor KKR gekauft und von der Börse genommen. KKR ist mit rund 47,6 Prozent mittlerweile noch vor der Verlegerwitwe Friede Springer größter Anteilseigner beim Medienkonzern Axel Springer.

ts

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL im Hörfunk am 23. April 2020 um 14:22 Uhr.

Darstellung: