Huawei

Nationale Sicherheit in Gefahr Google will Huawei verschonen

Stand: 07.06.2019 14:35 Uhr

Geht es nach Donald Trump, sollen US-Firmen mit dem chinesischen Tech-Unternehmen Huawei keine Geschäfte mehr machen. Doch nun bittet ausgerechnet Google um eine Ausnahme - und argumentiert mit der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten.

Dabei gehe es Google vor allem darum, Huawei-Smartphones auch weiterhin mit seinem Betriebssystem Android versorgen zu dürfen, schrieb die "Financial Times" am Freitag. Der Internet-Konzern argumentiere, dass ein Ende der Zusammenarbeit schlecht für die Sicherheit der Nutzer wäre, hieß es unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen.

Laut Google könnte das von China entwickelte Betriebssystem mehr Fehler enthalten als Android - und damit leichtere Beute für Hacker werden. Deshalb wolle sich der Internet-Konzern in Washington für eine Lockerung des Zusammenarbeitsverbots oder eine komplette Ausnahme einsetzen.

Auf schwarzer Liste gelandet

Trump hatte Mitte Mai per Dekret einen nationalen Notstand in der Telekommunikation ausgerufen. Das erlaubt es ihm, die Nutzung von Technik zu untersagen, die als Risiko für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten eingestuft wird. Huawei gilt als Hauptziel der Maßnahme.

Das Unternehmen landete auf einer schwarzen Liste von Unternehmen, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen unterliegen. Wer US-Technik an Huawei verkaufen oder transferieren will, muss eine Lizenz erwerben. Diese kann verweigert werden, wenn Sicherheitsinteressen berührt sind.

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Maßnahmen gelockert

Zugleich lockerte US-Präsident Trump aber nach wenigen Tagen die Maßnahmen für drei Monate. Für Nutzer von Huawei-Smartphones bedeutet der Schritt unter anderem, dass Google die Telefone heutiger Huawei-Kunden bis Mitte August weiter in vollem Umfang mit Updates und Apps versorgen kann.

Für die Verwendung von US-Technologie in neuen Produkten gilt die Lockerung aber nicht. Huawei kündigte bereits an, ein eigenes Betriebssystem für seine Smartphones spätestens im nächsten Jahr zur Marktreife zu bringen.

Fürchtet Google neuen Konkurrenten?

Experten vermuten, dass hinter dem Vorstoß von Google auch die Furcht vor einem neuen Konkurrenten stecken könnte. Denn mit einem eigenen Betriebssystem könnte Huawei, immerhin der weltzweitgrößte Smartphonehersteller, die Marktdominanz von Android schwächen. Bisher ist es zwar keinem anderen Marktteilnehmer gelungen, ein Smartphone-Betriebssystem anzubieten, das Android und iOS bezüglich der Marktanteile ebenbürtig gewesen wäre. Aber den Chinesen werden ernsthafte Chancen eingeräumt.

WhatsApp & Co nicht mehr vorinstalliert

Derweil meldete die Agentur Reuters, dass das führende soziale Netzwerk Facebook den Chinesen verboten hat, Huawei-Smartphones künftig mit einer vorinstallierten Facebook-App auszuliefern. Davon betroffen sind auch die zu Facebook gehörenden Dienste WhatsApp und Instagram. Sie dürfen zwar nicht vorinstalliert, können aber auch weiterhin aus dem Play Store auf Huawei-Smartphones geladen werden.

lg

Quelle: boerse.ard.de
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