Carsten Spohr

Vorstandschef Spohr klärt über die Lage auf Lufthansa setzt Dividende aus

Stand: 15.03.2020 11:25 Uhr

Die Lufthansa will wegen der schweren Krise durch das Coronavirus die Dividende für ihre Aktionäre streichen. Der Schritt soll helfen, die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens zu sichern, teilte das Management mit.

Der Vorstand versucht also, das Geld zusammenzuhalten. Zudem nimmt der Konzern zusätzliche Kredite auf und bringt seine Flugzeugflotte als Sicherheit ein. Auslöser der drastischen Schritte sind der Einbruch der Ticketnachfrage und die internationalen Reisebeschränkungen infolge der Ausbreitung des Coronavirus.

"Unsere Airlines erhalten inzwischen jeden Tag mehr Stornierungen als Buchungen", hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Freitag in einer Videobotschaft an die Mitarbeiter gesagt. Der Konzern streicht sein Flugprogramm für die kommenden Wochen daher um bis zu 70 Prozent zusammen. Mehr als zwei Drittel der Flugzeuge stehen dann am Boden. Auch wenn das tatsächliche Ausmaß der Belastungen noch nicht absehbar ist, rechnet das Management damit, dass das operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) im laufenden Jahr "deutlich" sinken wird.

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Stärker als andere Airlines?

Damit die Lufthansa die Krise übersteht, sollen nicht nur die Aktionäre auf die Dividende für 2019 verzichten. Das Unternehmen hat sich auch neue Kredite in Höhe von 600 Millionen Euro gesichert. Damit verfüge der Konzern über flüssige Mittel von rund 4,3 Milliarden Euro, hieß es. Hinzu kämen ungenutzte Kreditlinien von rund 800 Millionen Euro. Damit ist die finanzielle Situation des Konzerns deutlich besser als es zum Beispiel der renommierte Luftfahrt-Experte Daniel Roeska vom Analysehaus Bernstein erwartet hatte. Die gestrichene Dividende ist für ihn dagegen angesichts der jüngsten Entwicklung keine Überraschung.

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Boeing 747-8 der Lufthansa

Um die Kasse weiter zu füllen, will der Konzern auch Flugzeugfinanzierungen nutzen. 86 Prozent der rund 780 Flugzeuge starken Flotte befänden sich im Eigentum der Lufthansa, davon seien knapp 90 Prozent unbelastet von Krediten. Das entspreche einem Buchwert von 10 Milliarden Euro. Spohr meint, dass die Lufthansa die schwierige Situation finanziell "auf jeden Fall länger" durchstehen könnte als andere Airlines. Diese Einschätzung teilt Bernstein-Analyst Roeska.

Staatshilfe nicht ausgeschlossen

Für den Fall, dass die Krise noch schlimmer wird oder länger dauert, lotet die Lufthansa sogar die Chance auf Staatshilfe aus. Der Vorstand habe sich angesichts "dieser bisher unbekannten Herausforderung daher entschieden, mit den Regierungen unserer Heimat-Länder nicht nur wie bisher über den Abbau von Belastungen zu sprechen, sondern auch über aktive Unterstützungen, sobald diese notwendig werden", sagte Spohr.

Von einer Staatsbeteiligung will man in Lufthansa-Kreisen aber angesichts der hohen Liquiditätsreserven nichts wissen. Dass mögliche Hilfen unterhalb einer Beteiligung über die Frankfurter Staatsbank KfW organisiert werden könnten, blieb aber zumindest unwidersprochen. Unterdessen kürzt die Lufthansa ihre laufenden Ausgaben und versucht Investitionen zu verschieben. Für einen Teil der Belegschaft soll Kurzarbeit beantragt werden.

dpa-AFX

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Lufthansa Rohrbach Roland I, 1926
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Quelle: boerse.ard.de
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