Pfizer

Pharma-Riese Pfizer Hoffen auf baldigen Corona-Impfstoff

Stand: 27.10.2020 13:33 Uhr

Nicht nur die Pharmabranche blickt derzeit auf Nachrichten der Hersteller, die einen Impfstoff gegen das Corona-Virus entwickeln. Auch bei der Veröffentlichung der aktuellen Geschäftszahlen des US-Giganten Pfizer spielen Neuigkeiten zum Thema Corona die Hauptrolle.

Die Studien mit einem Impfstoffkandidaten kämen gut voran, teilte der US-Pharmariese am Dienstag mit. Rund 42.000 Testpersonen nehmen derzeit daran teil, 36.000 von ihnen haben bereits ihre zweite Testimpfung erhalten.

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Pfizer will im November in den USA eine Notfallzulassung seines Corona-Impfstoffs beantragen. Die Voraussetzung ist, dass die Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit bei der laufenden Erprobung positiv ausfallen, so Pfizer bereits in der vergangenen Woche.

Zur Wirksamkeit seines Wirkstoffkandidaten will sich der US-Konzern aber noch nicht äußern. Das unabhängige Datenüberwachungskomitee, das über den Erfolg der laufenden Studie befinden wird, hat noch keine Zwischenergebnisse zur Wirksamkeit ermittelt.

Mit einer Notfallzulassung der amerikanischen Behörde für Nahrungs- und Arzneimittel (FDA) könnten Teile der US-Bevölkerung noch vor der offiziellen Zulassung geimpft werden. Pfizer arbeitet bei der Entwicklung des Wirkstoffs BNT162b2 mit dem Mainzer Unternehmen Biontech zusammen.

Nachfrage von Corona belastet

Bis beide Unternehmen nach einem Zulassungserfolg hohe Erlöse und auch Gewinne aus den Forschungsbestrebungen ziehen können, dürften also noch einige Monate vergehen. Die aktuellen Geschäftszahlen von Pfizer zeigen noch negative Auswirkungen der Pandemie auf die Bilanz. Im dritten Quartal habe es einen Nachfragerückgang um rund eine halbe Milliarde Dollar gegeben, so der Pharmakonzern. So sank der Umsatz um vier Prozent auf 12,1 Milliarden Dollar, was unter den Analystenerwartungen lag. Unter dem Strich verdiente Pfizer mit 2,2 Milliarden Dollar auch erheblich weniger als im Vorjahr. Das bereinigte Ergebnis je Aktie sank um drei Prozent auf 0,72 Dollar.

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AstraZeneca berichtet von "robuster Immunreaktion"

Bei der Erforschung und Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Corona-Virus stehen Pfizer und Biontech in harter internationaler Konkurrenz. Der Impfstoff-Kandidat des britischen Pharmakonzerns AstraZeneca hat soeben erfolgversprechende Ergebnisse in der klinischen Entwicklung erzielt. Bei älteren Menschen, der Gruppe mit dem höchsten Risiko schwerer Krankheitsverläufe, sei eine "robuste Immunreaktion" entstanden, berichtete die "Financial Times" am Montag unter Berufung auf zwei mit der Sache vertraute Personen.

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Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock erklärte, der Impfstoff sei noch nicht fertig, er bereite aber die Logistik für eine mögliche Einführung vor. Mit dieser rechne er in der ersten Hälfte des kommenden Jahres.

Moderna vor Notfallgenehmigung

Der US-Biotechkonzern Moderna erwartet aus der entscheidenden Studie mit seinem Corona-Impfstoff-Kandidaten erste Zwischenergebnisse im November, wie Vorstandschef Stéphane Bancel kürzlich in einem Interview des "Wall Street Journal" bekräftigte. Die genaue Woche sei aber schwer vorherzusagen. Im Dezember könnte die US-Regierung dem Impfstoff eine Notfallgenehmigung erteilen. Das Hochfahren der Produktion sei aber eine Herausforderung. "Wenn ein Bestandteil fehlt, können wir den Impfstoff nicht herstellen."

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Auch CureVac und Sanofi mischen mit

Fortschritte bei der Impfstoffentwicklung hatten zuletzt auch die Aktien des Tübinger Biotech-Unternehmens CureVac angetrieben. CureVac hatten vor wenigen Tagen mitgeteilt, sein Corona-Impfstoffkandidat CVnCoV habe in präklinischen Tierversuchen eine Immunantwort hervorgerufen und produziere neutralisierende Antikörper.

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Auch der französische Pharmakonzern Sanofi ist im Rennen um einen Impfstoff dabei. Nach positiven Ergebnissen in Tierversuchen will der Konzern nun mit Tests an Menschen starten. Die klinische Studie der Phase 1/2 solle wie geplant noch im vierten Quartal beginnen, teilte Sanofi zuletzt mit.

AB

Quelle: boerse.ard.de
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