Pinterest gehört zu einer der wichtigsten Plattform weltweit. | Bildquelle: dpa

Börsengang der Fotoplattform Anleger im Pinterest-Fieber

Stand: 18.04.2019 18:16 Uhr

Die Fotoplattform Pinterest kann sich bei ihrem Gang an die Börse über rege Nachfrage nach ihren Aktien freuen. Das Debüt an der Wall Street ist ein voller Erfolg. Noch stärker schneidet der Videodienst Zoom ab.

Die ersten Kurse beider Aktien bestätigen die guten Indikationen. Pinterest-Aktien, die zum Ausgabepreis von 19 Dollar an die Börse kamen, wurden mit 23,75 Dollar gehandelt, ein Plus gegenüber dem Ausgabepreis von 25 Prozent.

Pinterest gelang es, die unter dem Börsenkürzel "PINS" gehandelten Anteilsscheine über der zuvor angepeilten Preisspanne zwischen 15 und 17 Dollar bei Anlegern loszuschlagen. Der Börsengang sei ein wichtiger Test für das Vertrauen der Investoren – insbesondere vor dem Uber-IPO im Mai, meinte Neil Wilson, Chefanalyst bei Markets.com.

Mit der Ausgabe von 75 Millionen Aktien erlöst Pinterest 1,43 Milliarden Dollar, was 1,27 Milliarden Euro entspricht. Das 2010 gegründete Start-up geht so mit einer Gesamtbewertung von mehr als zehn Milliarden Dollar an die NYSE. Pinterest lockt Investoren mit hohem Wachstum: 2018 stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 60 Prozent auf mehr als 750 Millionen Dollar. Das Unternehmen schrieb rote Zahlen, konnte den Verlust jedoch von 130 Millionen auf 63 Millionen Dollar verringern. Ende des Jahres brachte es Pinterest auf 265 Millionen aktive Nutzer.

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Pinterest versteht sich als eine Art visuelle Suchmaschine, in der Nutzer nach Ideen etwa für die Inneneinrichtung oder Urlaube suchen und Bilder zu ihren Interessen finden können. Zugleich können sie Fotos aus dem Netz als sogenannte "Pins" auf "Boards" zu bestimmten Themen speichern. Zum Ende vergangenen Jahres wurden so laut Pinterest 175 Milliarden "Pins" auf vier Milliarden "Boards" gespeichert. Geld nimmt Pinterest vor allem durch Werbung ein - bezahlte "Pins", die den Nutzern angezeigt werden.

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Zoom schießt den Vogel ab

Auch der Videodienst Zoom schickt heute erstmals seine Aktien in den Handel - und wie. Der erste Kurs lag bei 65 Dollar und damit stolze 81 Prozent über dem Ausgabepreis von 36 Dollar. Allerdings an der Tech-Börse Nasdaq. Die Indikation für den ersten Kurs lag zuvor bei 59 Dollar - 64 Prozent über dem Ausgabekurs.

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Lyft hat den IPO schon hinter sich

Damit schoss der Börsenwert des auf Videokonferenzen spezialisierten Start-ups zwischenzeitlich auf 16,7 Milliarden Dollar in die Höhe. Zoom erlöste mit der Ausgabe von 20,9 Millionen Aktien 751 Millionen Dollar (668 Millionen Euro). Anders als Pinterest schaffte Zoom 2018 sogar einen kleinen Gewinn von 7,58 Millionen Dollar.

Pinterest und Zoom stemmen damit zwei der bislang größten Börsengänge in diesem Jahr, das bereits von einigen großen Debüts geprägt war. Im März platzierten die Jeans-Ikone Levi's und der Fahrtenvermittler Lyft ihre Aktien.

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Das Jahr der großen Börsengänge

Doch das große Spektakel steht mit der Premiere von Uber noch aus: Lyfts großer Rivale peilt mit einer Gesamtbewertung von rund 100 Milliarden Dollar den am höchsten taxierten Börsengang seit dem des chinesischen Internetriesen Alibaba im Jahr 2014 an. Auch die Büro-App Slack und der Tourismus-Anbieter Airbnb wollen 2019 an die Börse.

rm/nb/ ts

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. April 2019 um 17:05 Uhr.

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