Porsche

Im Windschatten von VW Porsche sieht rot

Stand: 10.08.2020 14:36 Uhr

Der Milliardenverlust von VW im ersten Halbjahr hat auch der Porsche Holding rote Zahlen eingebrockt. Sie hält die Stimmenmehrheit am Wolfsburger Autobauer. Für das Gesamtjahr peilt Porsche aber einen Gewinn an.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres hat die Holding einen Nettoverlust von 329 Millionen Euro eingefahren. Im vergangenen Jahr hatte die Porsche SE im selben Zeitraum noch fast 2,4 Milliarden Euro Gewinn ausgewiesen. Grund für die roten Zahlen ist der Verlust von gut einer Milliarde Euro, den der VW-Konzern im ersten Halbjahr erlitten hat - wegen der Autoabsatzflaute und des wochenlangen Stillstands der Produktion.

Abhängig vom VW-Geschäft

Das Ergebnis der Porsche-Dachgesellschaft speist sich zum größten Teil aus dem Geschäft des Wolfsburger Autobauers. Es gibt zwar noch einige kleine Beteiligungen, diese machen aber nur einen kleinen Anteil am Porsche-Umsatz aus. Die von den Familien Porsche und Piëch kontrollierte Porsche SE (PSE) hält gut 53 Prozent der Stammaktien von Volkswagen. Die PSE hatte ihren Anteil im Frühjahr noch einmal leicht erhöht. Die Netto-Liquidität sank daher von 553 auf 505 Millionen Euro.

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Die Sparte, in der die Porsche SE Beteiligungen an Firmen in der Transportlogistik, der Verkehrsplanung und dem Verkehrsmanagement zusammenfasst, kam auf einen Umsatz von 50 Millionen Euro. Der Netto-Verlust weitete sich dabei wegen gestiegener Personalkosten auf elf Millionen Euro aus - nach vier Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

2020 soll mit Gewinn enden

Für das Gesamtjahr verzichtet Porsche SE angesichts der Unsicherheit in der Corona-Krise auf einen konkreten Ausblick, stellte aber einen Gewinn in Aussicht. Volkswagen hat für 2020 bereits einen "gravierenden Rückgang" beim operativen Ergebnis angekündigt, rechnet aber nicht mit einem Verlust. Bei der Nettoliquidität peilt die Porsche SE für das Gesamtjahr unverändert einen Wert zwischen 400 und 900 Millionen Euro an.

Genau wie VW plant auch die PSE, die Dividende für das Jahr 2019 zu kürzen. Je Vorzugsaktie sollen nun nur noch 2,21 Euro ausgeschüttet werden, für jede Stammaktie soll es rund 2,20 Euro geben. Das wären jeweils 90 Cent weniger als ursprünglich geplant. Sämtliche Stammaktien werden von den Familien Porsche und Piëch gehalten. Alle übrigen Aktionäre haben mit ihren Vorzugsaktien kein Stimmrecht, bekommen dafür im Gegenzug aber eine geringfügig höhere Dividende.

Die Porsche-Aktie büßt nach den Halbjahreszahlen heute knapp zwei Prozent ein. Seit Jahresbeginn haben die Titel der Holding gut ein Viertel verloren.

nb

Quelle: boerse.ard.de
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