Ein Siemens-Schriftzug prangt an einem Gebäude. | Bildquelle: dpa

Börsengang bis 2020 Siemens will Energiesparte ausgliedern

Stand: 07.05.2019 18:46 Uhr

Der Münchner Industriekonzern sortiert sich neu: Er gliedert seine Öl- und Gassparte aus. Sie soll bis zum Herbst nächsten Jahres an die Börse gebraucht werden. Fast jeder fünfte Siemens-Mitarbeiter ist von der Entscheidung betroffen.

Neue Freiheit bei Siemens: Die sechs neue Großsparten, in die sich Anfang April der Konzern neu aufteilte, werden künftig wohl viel selbständiger agieren als die bisherigen Geschäftsbereiche. Einen Tag bevor Siemens-Chef Joe Kaeser auf dem Kapitalmarkttag Details zu seiner neuen Strategie "Vision 2020+" enthüllt, wurden die Zukunftspläne für die kränkelnde Sparte Gas & Power verkündet.

Siemens-Aktionäre sollen Mehrheit bekommen

Siemens will die krisengebeutelte Kraftwerkssparte ausgliedern und das gesamte Geschäft mit der Energiebranche bis September 2020 an die Börse bringen. Der Münchner Technologiekonzern werde danach nur noch eine Minderheitsbeteiligung an dem Geschäft halten, die Mehrheit der Aktien soll an die eigenen Aktionäre verschenkt werden. teilte Siemens am Dienstagabend mit. Ziel sei es, die Sperrminorität zu behalten.

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Auch die Windkraft-Tochter Siemens Gamesa, an der der Konzern bisher 59 Prozent hält, soll in die neue Gesellschaft eingebracht werden, Die neu formierte Sparte Gas and Power, zu der 80.000 der 380.000 Siemens-Mitarbeiter gehören, umfasst die Aktivitäten in den Bereichen Öl und Gas, konventionelle Energieerzeugung, Energieübertragung und die jeweils dazugehörigen Servicegeschäfte. Sie kommt auf 30 Milliarden Euro Umsatz kommt. Nach dem gleichen Modell hatte sich Siemens vor einigen Jahren von der Lichttechnik-Tochter Osram getrennt.

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Größtes Sorgenkind von Siemens

Damit trennt sich Siemens auch von seinem derzeit größten Sorgenkind: Dem Kraftwerksgeschäft. Vor allem bei großen Gasturbinen war in den letzten Jahren der Markt weggebrochen. Siemens läutete ein Sparprogramm ein, das den Abbau von Kapazitäten und die Streichung tausender Stellen umfasst.

Konzernchef Joe Kaeser zeigte sich überzeugt, dass die Entscheidung für alle Seiten positiv sei. "Die Eigenständigkeit gibt uns jetzt mehr Freiheit und Flexibilität", erklärte die Chefin von Gas and Power, Lisa Davis, zur Zukunft der Sparte.

Konzentration auf Digitales, Medizin- und Bahntechnik

Über die Abspaltung und spätere Börsennotierung soll eine außerordentliche Hauptversammlung voraussichtlich im Juni 2020 entscheiden. Siemens will sich künftig auf seine Wachstumsfelder konzentrieren. Kerngeschäfte werden künftig die Sparten Digital Industries sowie Smart Infrastructure sein. In den Märkten Automatisierung, industrielle Digitalisierung und intelligente Infrastruktur will Siemens deutlich zulegen und seine Stellung weiter ausbauen. Flankiert werden sie von der börsennotierten Mehrheitsbeteiligung Siemens Healthineers sowie der Bahntechnik, welches als Wachstumsgeschäft ebenfalls gestärkt werden soll.

nb

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 07. Mai 2019 um 19:41 Uhr.

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