StreetScooter

Elektrotransporter Post stellt Streetscooter ein

Stand: 28.02.2020 16:06 Uhr

Zusammen mit einer sehr zurückhaltenden Prognose für 2020 greift die Deutsche Post durch. Im Laufe des Jahres stellt der Dax-Konzern die Produktion des Streetscooters ein.

"Neubestellungen wird es keine mehr geben", sagte ein Sprecher der Post. Man wolle die Sondierungen für einen Käufer nicht mehr weiterverfolgen. "Wir haben immer gesagt, dass wir kein Autohersteller sein wollen", sagte Vorstandschef Frank Appel.

Über Monate hinweg hatte die Post versucht, potenzielle Interessenten zu finden. Dank des unter dem Dach der Post entwickelten Fahrzeugs habe die Post heute zwar eine der größten elektrisch betriebenen Lieferflotten der Welt. Ein weiterer Ausbau der Produktion ohne den richtigen Partner entspreche aber nicht der langfristigen strategischen Zielsetzung des Konzerns.

Das Unternehmen teilte weiter mit, die Konzerntochter werde nun zu einem reinen Betreiber der Bestandsflotte. Die Auslieferung von bereits bestellten Fahrzeugen werde sich voraussichtlich noch bis ins nächste Jahr hinziehen. Durch die neue Strategie rechnet die Post für 2020 mit einmaligen Aufwendungen von 300 bis 400 Millionen Euro.

Die Coronavirus-Krise bekommt die der Konzern bei DHL Express und im DHL-Frachtgeschäft vor allem bei Transporten von und nach China zu spüren. Im Monat Februar belastet dies das Ergebnis nach Angaben der Post mit etwa 60 bis 70 Millionen Euro.

Prognose gefährdet

Die Post schränkt daher auch ihre Jahresprognose für 2020 ein. Das prognostizierte Ebit von mehr als fünf Milliarden Euro gelte damit "vorbehaltlich eines noch nicht abschließend quantifizierbaren Effekts aus den Corona-induzierten Folgen, sowie vor den genannten Aufwendungen aus der Entscheidung zum StreetScooter", wie die Post mitteilte.

Weitere Kursinformationen zu Deutsche Post

Im vergangenen Jahr verbuchte der Logistikkonzern bei einem Umsatz von 63,3 Milliarden Euro ein operatives Ergebnis von 4,13 Milliarden Euro. Die Post lag damit innerhalb der für 2019 angekündigten Spanne beim Ebit von vier bis 4,3 Milliarden Euro.

ME/dpa/rtr

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 28. Februar 2020 um 17:39 Uhr.

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