Die Firmenzentrale des Fahrdienstvermittlers Uber in San Francisco | Bildquelle: AFP

US-Fahrdienstvermittler Uber Tiefrote Zahlen, aber kräftiger Umsatz

Stand: 31.05.2019 09:14 Uhr

Typisch Start-up: Zweistelliges Wachstum, aber tiefrote Zahlen. Der US-Fahrdienstvermittler Uber verbuchte im ersten Quartal 1.000 Millionen Dollar Miese. Der Quartalsbericht kam aber nachbörslich gut an.

Im nachbörslichen Handel an der Nasdaq legte der Börsenneuling immerhin um zwei Prozent zu.

Im ersten Quartal konnte Uber mit 3,1 Milliarden Dollar 20 Prozent mehr Umsatz einfahren. Dabei fiel ein gigantischer Verlust von 1,0 Milliarden Dollar (0,9 Milliarden Euro) an. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte der Fahrdienstleister noch einen Gewinn von 3,8 Milliarden ausgewiesen, was allerdings an hohen Sondererträgen aus Verkäufen von Auslandsbeteiligungen lag.

Im operativen Geschäft verdient Uber weiterhin noch lange kein Geld, und im vergangenen Quartal kamen noch die hohen Kosten für den Börsengang in New York hinzu.

Größter Börsengang seit Jahren

Uber debütierte vor rund drei Wochen an der New York Stock Exchange, bei der größten Börsenpremiere seit Jahren sammelte das Unternehmen rund 8,1 Milliarden Dollar ein und brachte es auf eine Gesamtbewertung von etwa 82 Milliarden. Das Volumen das Börsengangs hatte aber wegen unerwartet schwacher Nachfrage deutlich gestutzt werden müssen. Ursprünglich hatte Uber eine Gesamtbewertung von 100 Milliarden Dollar angestrebt.

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Seitdem hat Uber bei Anlegern jedoch einen schweren Stand, und die Aktie ist stark unter Druck geraten. Zuletzt notierte der Börsenneuling rund zehn Prozent unter seinem Ausgabepreis von 45 Dollar.

Wird das noch was?

Uber dominiert den "Ride Sharing"-Markt für Fahrtenvermittlungen über Smartphone-Apps. Hier flaute das Wachstum jedoch schon deutlich ab. Und Geld zu verdienen gibt es in diesem Geschäft bislang nichts. Auch der Rivale Lyft steckt tief in den roten Zahlen und tut sich an der Börse schwer.

B5 Börse 17.32 Uhr: Uber trotz Verlust gefragt

31.05.2019 21:17 Uhr

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Uber betreibt zudem Services etwa für Essenslieferungen und Frachtvermittlung. Als Schlüssel zum Profit gelten auf Dauer vor allem Roboterautos, die Fahrer als Kostenfaktor beseitigen. Doch bis dahin ist es noch ein weiter und ungewisser Weg. Uber hatte Investoren vor dem Börsengang gewarnt, möglicherweise nie die Gewinnzone zu erreichen.

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Damit bleibt die Aktie eine Wette auf den technologischen Durchbruch. Oft, wenn auch nicht immer, ist es klüger, bei solchen Tech-Titeln nicht von Anfang an dabei zu sein, wie auch die folgenden Beispiele aus der Tech-Welt zeigen.

la/dpa-AFX

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Warum man nicht immer von Anfang an dabei sein muss

Twitter

Twitter
Weil sich die Einnahmen und die Nutzerzahlen deutlich langsamer entwickelten als Analysten erwartet hatten, begann ein beispielloser Niedergang der Twitter-Aktie bis hinab auf 14 Dollar im Jahr 2016. Damit war das Papier praktisch nur noch halb so viel wert wie zu Beginn des Börsengangs. Erst gut fünf Jahre nach der Erstnotiz hat sich die Aktie stabilisiert und pendelt um die Marke von 30 Dollar. Viel Geld ließ sich für Anleger der ersten Stunde damit also nicht verdienen, zumal Twitter wie die meisten jungen Techunternehmen auch keine Dividende zahlt.

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 31. Mai 2019 um 11:37 Uhr.

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