Uber

Corona-Auswirkungen Wieder Milliarden-Verlust bei Uber

Stand: 06.11.2020 11:49 Uhr

Der weltgrößte Fahrdienst-Vermittler Uber kommt nicht aus den roten Zahlen. Das Unternehmen leidet weiter stark unter den Auswirkungen der Pandemie.

Im dritten Quartal lag der Rückgang bei den vermittelten Personenfahrten immer noch bei gewaltigen rund 50 Prozent. Nur im zweiten Vierteljahr war die Entwicklung noch schwächer verlaufen, als das Minus sogar 80 Prozent erreichte.

Während von Juli bis September die Bestellungen in Europa und dem Nahen Osten noch um 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahr fielen, verlief die Erholung im in den USA schleppender. Um sich breiter aufzustellen war Uber vor einiger Zeit ins Geschäft mit Essenslieferungen expandiert, das in der Krise boomt. Der Umsatz in der Sparte, zu der auch Uber Eats gehört, stieg um mehr als das Doppelte auf bisher nie erreichte 1,45 Milliarden Dollar. In der Mobilitätssparte sanken die Erlöse hingegen um 53 Prozent.

Der Umsatz des Gesamtkonzerns ging um 18 Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar zurück. Unter dem Strich fiel ein Minus von 1,1 Milliarden Dollar an, wie Uber am Donnerstag nach Börsenschluss in Amerika mitteilte. Tiefrote Zahlen sind bei Uber allerdings schon länger nichts Ungewöhnliches. Vor einem Jahr war der Verlust wegen enorm hoher Investitionen und Kosten sogar noch etwas höher ausgefallen.

Trendwende beim Ergebnis Ende 2021?

Trotz aller Probleme hält das Unternehmen an seinem Ziel fest, Ende 2021 auf Quartalsbasis ein positives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zu schaffen.

Bei Anlegern kamen die Zahlen trotz der optimistischen Prognose nicht gut an. Die Aktie geriet nachbörslich zunächst um fast vier Prozent ins Minus. Analysten hatten im Schnitt mit deutlich besseren Ergebnissen gerechnet.

Weitere Kursinformationen zu Uber

Uber-Aktien hatten zuletzt nach einem Referendum in Kalifornien zum Beschäftigungsstatus von Fahrern des Unternehmens kräftig zugelegt. Uber hatte ebenso wie sein amerikanischer Konkurrent Lyft davon profitiert, dass die kalifornischen Wähler am Dienstag dafür stimmten, dass die Fahrdienstanbieter ihre Fahrer in dem Bundesstaat weiter als Selbstständige unter Vertrag nehmen dürfen. Der Konzern will seine Angestellten weiter als Subunternehmer behandeln und damit keine Arbeitslosen- oder Krankenversicherung zahlen.

ME/dpa/rtr

Uber mit Milliarden-Verlust
Katharina Wilhelm, ARD Los Angeles
06.11.2020 17:47 Uhr

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Quelle: boerse.ard.de
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