Logo des Autozulieferers Bosch | Bildquelle: AP

Autozulieferer Bosch streicht weitere 1000 Stellen

Stand: 24.10.2019 23:12 Uhr

Die Dieselkrise sorgt beim Zulieferer Bosch für weitere Einschnitte: Das Unternehmen will in Baden-Württemberg zusätzliche 1000 Stellen abbauen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssten Standorte neu ausgerichtet werden, hieß es.

Der Automobilzulieferer Bosch will weitere 1000 Arbeitsplätze in Baden-Württemberg abbauen. Betroffen ist der Geschäftsbereich Automotive Steering (Lenksysteme) in Schwäbisch Gmünd. "Wir müssen jetzt handeln, um uns mit einer tiefgreifenden Restrukturierung wieder wettbewerbs- und damit zukunftsfähig zu machen", teilte der Vorsitzende des Bereichsvorstands, Christian Sobottka, mit. Die "Stuttgarter Zeitung" und die "Rems-Zeitung" hatten zuerst darüber berichtet.

Derzeit sind 5000 Mitarbeiter am Bosch-Standort in Schwäbisch Gmünd beschäftigt. Erst am vergangenen Dienstag hatte Bosch bekanntgebeben, dass angesichts der sinkenden Nachfrage nach Diesel- und Benzinautos in den kommenden zwei Jahren gut 1600 Arbeitsplätze abgebaut werden. Betroffen sind Jobs in der Antriebssparte an den Standorten in Stuttgart-Feuerbach und Schwieberdingen.

50.000 Jobs hängen am Diesel

Eine Standortvereinbarung aus dem Jahr 2017 hatte in Schwäbisch Gmünd bereits einen Abbau von Hunderten Arbeitsplätzen bis Ende 2022 vorgesehen. Dieser Abbau soll jetzt um weitere 1000 Stellen ausgeweitet werden.

"Das ist eine Herausforderung für uns", sagte ein Sprecher der Stadt. Oberbürgermeister Richard Arnold habe mit der Geschäftsleitung und dem Betriebsrat gesprochen. Er setze darauf, dass der Standort nicht grundsätzlich infrage gestellt, sondern neu ausgerichtet werde. Sobottka sagte dazu: "Wir stehen zu Schwäbisch Gmünd als Leitwerk. Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit sind weiter unsere Kernziele."

Bosch beschäftigt weltweit momentan rund 410.000 Menschen, davon 140.000 in Deutschland. Bei dem Unternehmen hängen weltweit etwa 50.000 Arbeitsplätze allein vom Diesel ab.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Oktober 2019 um 13:35 Uhr in der Sendung "Wirtschaft am Mittag".

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