Konjunktur

Bruttoinlandsprodukt leicht gestiegen Deutsche Wirtschaft erholt sich langsam

Stand: 12.05.2010 11:48 Uhr

Die deutsche Wirtschaft hat ungeachtet des langen Winters zum Jahresbeginn wieder etwas Fahrt aufgenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im Vergleich zum vierten Quartal 2009 überraschend um 0,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die meisten Volkswirte hatten wegen des ungewöhnlich strengen Winters, der unter anderem die Bautätigkeit beinahe zum Erliegen brachte, mit einem leichten Minus von 0,1 Prozent gerechnet.

Aufschwung auch auf Jahressicht

Containerterminal im Hamburger Hafen
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Der deutsche Export erweist sich wieder als Wirtschaftsmotor.

Erstmals seit dem dritten Quartal 2008 ist die deutsche Wirtschaftsleistung auch auf Jahressicht wieder gewachsen. Das preisbereinigte BIP stieg Anfang 2010 im Vergleich zum verheerenden Auftaktquartal 2009 um 1,7 Prozent. Vor einem Jahr - dem Höhepunkt der Rezession - war das BIP gegenüber dem Vorquartal um 3,5 Prozent und im Vergleich zum Vorjahresquartal um 6,4 Prozent abgestürzt. Danach hatte sich der Abwärtstrend spürbar abgeschwächt.

Gleichzeitig korrigierte die Behörde ihre Zahlen zur Wirtschaftsentwicklung im vierten Quartal 2009 nach oben. Das BIP legte demnach zwischen Oktober und Dezember 2009 um 0,2 Prozent zu. Bisher waren die Statistiker von Stagnation ausgegangen. "Der Aufwärtstrend der deutschen Wirtschaft aus dem zweiten (plus 0,4 Prozent) und dritten Quartal 2009 (plus 0,7 Prozent) hat sich somit etwas abgeschwächt, aber trotz des vergleichsweise harten und langen Winters weiter fortgesetzt", urteilten die Statistiker.

Nach den neuen Berechnungen sank die Wirtschaftsleistung im Gesamtjahr 2009 nicht wie bisher angenommen um 5,0 Prozent, sondern um 4,9 Prozent. Deutschland war wegen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise in die tiefste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg gestürzt.

Exporte ziehen an, privater Konsum nicht

Positive Impulse kamen im Quartalsvergleich unter anderem von den Ausrüstungsinvestitionen und den Exporten, berichtete das Statistische Bundesamt. Auch der Vorratsaufbau und die Zunahme der staatlichen Konsumausgaben hätten die wirtschaftliche Aktivität befeuert. Hingegen wirkten sich schwache Bauinvestitionen, Importe und der private Konsum negativ auf das Wachstum aus.

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