Container stapeln sich am Containerterminal im Hafen der Milionenstadt Guangzhou. | Bildquelle: dpa

Deutsche Firmen in China Das Geschäft lief schon mal besser

Stand: 12.11.2019 14:22 Uhr

Für deutsche Unternehmen wird es in China immer schwieriger - und das hat nicht nur mit dem Handelskonflikt zwischen Peking und den USA zu tun.

Axel Dorloff, ARD-Studio Peking

Noch vor wenigen Jahren ging es für deutsche Unternehmen in China vor allem darum, in welchem zweistelligen Bereich der eigene Umsatz stieg. Wenn die Deutsche Handelskammer in China heute ihre jährliche Zufriedenheitsstudie vorlegt, ist das Bild differenzierter.

Die Stimmung unter den deutschen Unternehmen leide, aber der chinesische Markt bleibe wichtig, so das Fazit von Stephan Wöllenstein, Präsident der AHK Nordchina und China-Vorstand von Volkswagen. "Wir sehen eine starke Eintrübung des konjunkturellen Klimas in China - sicherlich beeinflusst durch den chinesisch-amerikanischen Handelskonflikt, der jetzt leider schon in das zweite Jahr geht und damit natürlich auch in besonderer Weise das Business-Klima für deutsche Unternehmen in China beeinflusst."

Konsumenten zurückhaltender

Viele Menschen würden in bestimmten Bereichen zurückhaltender Geld ausgeben, das lasse deutsche Unternehmen vorsichtiger werden. Die Zuwachsraten in Umsatz und Gewinn hätten in der Vergangenheit überrascht. Inzwischen habe auch in der chinesischen Industrie das sogenannte "new normal" Einzug gehalten.

Die neue Normalität - auch für deutsche Unternehmen in China. Mehr als 80 Prozent geben an, vom Handelskonflikt zwischen China und den USA direkt oder indirekt betroffen zu sein. Laut der Studie geht nur noch ein Viertel der deutschen Unternehmen davon aus, die Unternehmensziele in China für das laufende Jahr zu erreichen oder zu übertreffen. Das ist der schlechteste Wert seit Jahren.

Regulatorische Hürden behindern Wachstum

Das Wachstumspotenzial deutscher Unternehmen würde von Marktbeschränkungen beeinträchtigt, sagt der Chef der Deutschen Handelskammer in Peking, Jens Hildebrandt. "Neben dem Handelskrieg und den vielen Fragezeichen zur allgemeinen Wirtschaftssituation in China sehen wir weiterhin eine Reihe von regulatorischen Maßnahmen, die das Wachstum deutscher Unternehmen behindern." Die Umfrage sage ganz klar: Wenn es mehr Marktzugang geben würde, wenn regulatorische Hürden gesenkt würden, dann würden die deutschen Unternehmen noch mehr investieren und sich noch mehr engagieren als zuvor.

Trotz allem bleibt China ein enorm wichtiger Markt. Für jedes zehnte in China tätige deutsche Unternehmen ist die Volksrepublik der größte Markt für die eigenen Produkte - auch für deutsche Autohersteller, wenn auch der chinesische Automobilmarkt insgesamt sinkt - und zwar das zweite Jahr in Folge. Man dürfe nicht verkennen, dass er mit einem Niveau von 21,5 bis 22 Millionen Pkw mit weitem Abstand noch der größte Automobilmarkt der Welt sei, so Wöllenstein.

Viel hänge davon ab, wie sich der Handelskrieg zwischen China und den USA entwickelt und ob die vorsichtigen Reformen der Staatsunternehmen und des regulatorischen Umfelds des chinesischen Marktes weitergehen, so die Studie. Eine Kernforderung bleibt: der Abschluss eines umfassenden Investitionsabkommens zwischen der EU und China. Das ist die große Erwartung an den EU-China-Gipfel in Leipzig 2020.

Getrübte Stimmung: Das China-Geschäft der deutschen Unternehmen
Axel Dorloff, ARD Peking
12.11.2019 11:30 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 12. November 2019 um 11:50 Uhr.

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