Im Handelsstreit zwischen den USA und China zeichnet sich keine schnelle Lösung ab. | Bildquelle: AP

China im Handelsstreit mit USA "Wenn sie kämpfen wollen, sind wir bereit"

Stand: 02.06.2019 07:26 Uhr

China gibt der US-Regierung die Schuld am Handelskonflikt - und spricht eine neue Drohung aus. Zugleich zeigt sich Peking weiter gesprächsbereit. Eine Win-Win-Situation hält man dort weiterhin für möglich.

China hat die US-Regierung für die Eskalation des Handelsstreits verantwortlich gemacht. Gleichzeitig betonte das Land, man sei weiter gesprächsbereit. "China will keinen Handelskrieg, hat aber auch keine Angst davor", heißt es in einem Positionspapier des chinesischen Staatsrats.

Man sei bereit, "Lösungen zu finden und ein Win-Win-Abkommen zu erzielen". Es gebe aber Grenzen. China werde in Grundsatzfragen keine Kompromisse eingehen. In dem Papier wird die Souveränität und Würde eines Landes betont, die respektiert werden müsse. Jede Einigung zwischen den beiden Seiten müsse auf Gleichheit und gegenseitigem Nutzen beruhen.

Chinas Verteidigungsminister Wei Fenghe | Bildquelle: AFP
galerie

China sei bereit für Gespräche, aber auch für den Kampf, erklärte Verteidigungsminister Wei.

"Wir sind bereit"

"Wenn die USA reden wollen, werden ihnen unsere Türen offen stehen. Wenn sie kämpfen wollen, sind wir bereit", erklärte Verteidigungsminister Wei Fenghe in Singapur. Er nimmt dort an einer Sicherheitskonferenz teil, für die jedes Jahr Verteidigungsminister und hochrangige Militärs aus aller Welt anreisen. Der Handelsstreit zwischen China und den USA steht im Zentrum des diesjährigen Shangri-La-Dialogs.

Der Handelsstreit zwischen den beiden Großmächten hatte sich zuletzt weiter zugespitzt. In der Nacht zu Samstag traten in China neue Sonderzölle für US-Produkte in Kraft. Sie betragen zwischen fünf und 25 Prozent und betreffen Waren im Wert von 60 Milliarden US-Dollar. Insgesamt mehr als 5000 Produkte sind betroffen. Zuvor hatten die USA höhere Zölle auf chinesische Importe in die USA im Umfang von 200 Milliarden Dollar in Kraft gesetzt.

Handelsgespräche stecken fest

Der stellvertretende chinesische Handelsminister Wang Shouwen sagte, es sei sinnlos, durch Sonderzölle Druck auf China ausüben und ein Handelsabkommen erzwingen zu wollen. Er betonte, dass die Verhandlungen noch laufen. Sie seien erst abgeschlossen, wenn es bei allen Punkten Einigkeit gebe.

Ob es während des G20-Gipfel Ende Juni in Osaka zu einem Handelsgespräch zwischen US-Präsident Donald Trump und seinen chinesischen Kollegen Xi Jinping kommt, ist noch offen. Die US-Regierung wirft China den Diebstahl von Handelsgeheimnissen und eine Geschäftspraxis vor, ausländische Firmen im Gegenzug für Zugang zum chinesischen Markt zur Herausgabe von Technologie zu zwingen.

Frau mit Smartphone vor Huawei-Geschäft | Bildquelle: ROMAN PILIPEY/EPA-EFE/REX
galerie

Im Zentrum des Handelsstreits steht auch Huawei. Die USA werfen dem
des chinesischen Konzern Spionage vor.

China nimmt US-Paketdienst ins Visier

Im Handelskonflikt leitete China nun eine Untersuchung gegen den US-Paketdienst FedEx ein. Laut chinesischen Staatsmedien wirft die Regierung dem Unternehmen vor, mehrere Pakete des chinesischen Huawei-Konzerns in die USA umgeleitet zu haben. FedEx habe "die legitimen Rechte und Interessen von Kunden ernsthaft verletzt". FedEx entschuldigte sich bereits. Die Pakete seien versehentlich fehlgeleitet worden.

Die US-Regierung wirft Huawei Spionage vor und setzte das Unternehmen auf eine schwarze Liste. Damit unterliegen die Geschäftsbeziehungen des chinesischen Konzerns zu US-Partnern strengen Kontrollen. Mehrere Chiphersteller und der Internetkonzern Google erklärten, Geschäfte mit Huawei einzuschränken oder zu beenden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. Juni 2019 um 09:00 Uhr.

Darstellung: