Fensterputzer an der Frankfurter Conmmerzbank-Filiale | Bildquelle: AP

Geldhaus in Frankfurt Commerzbank streicht Tausende Stellen

Stand: 20.09.2019 15:37 Uhr

Die Commerzbank will Tausende Stellen streichen und 200 Filialen schließen. Das teilte der Frankfurter Konzern mit. Außerdem trennt sich das Geldhaus von der polnischen Tochter mBank.

Die Commerzbank plant, Tausende Stellen zu streichen. Außerdem will der Vorstand etwa 200 der 1000 Filialen schließen. Demnach sollen "voraussichtlich" rund 4300 Vollzeitstellen wegfallen, gleichzeitig aber rund 2000 Vollzeitstellen vor allem im Bereich Digitalisierung und IT-Infrastruktur aufgebaut werden. Dies sehe der Entwurf für die künftige Strategie vor, teilte das Frankfurter Geldhaus mit. So wolle die Bank sich "zukunftssicher aufstellen".

Verkauf der polnischen Tochter

Im Zuge ihrer Neuausrichtung plant die Bank außerdem den Verkauf ihrer polnischen Tochter mBank. Dies würde Geld in die Kasse spülen und eine schnellere Umsetzung der Strategie und der damit verbundenen Investitionen ermöglichen. Die mBank ist an der Warschauer Börse gelistet und wird dort derzeit mit rund 3,1 Milliarden Euro bewertet. Die Commerzbank hält 69,3 Prozent an dem Institut. Durch einen Verkauf der Anteile könnte sie rechnerisch gut zwei Milliarden Euro einnehmen.

Die Tochter Comdirect, an der die Commerzbank derzeit 82 Prozent hält, will das Geldhaus komplett übernehmen.

Der Strategie-Entwurf soll am Mittwoch und Donnerstag nächster Woche mit dem Aufsichtsrat erörtert werden. Tags darauf will Vorstandschef Martin Zielke die Ergebnisse vorstellen.

Martin Zielke
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Martin Zielke, Vorstandsvorsitzender der Commerzbank: Tausende Jobs fallen bei der Bank weg.

Stellen bereits reduziert

Die Commerzbank hat ihre Belegschaft in den vergangenen Jahren bereits erheblich reduziert. Die Zahl der Vollzeitkräfte sank von 43.300 auf 40.700 Ende Juni 2019. Bis Ende 2020 sollen es nach aktueller Planung etwa 38.000 sein. Ursprünglich wollte der Vorstand die Belegschaft auf 36.000 Vollzeitkräfte verringern. Doch weil Aufgaben im Zuge der Digitalisierung stärker im eigenen Haus und weniger an externe Dienstleister vergeben werden sollen, setzte der Vorstand die Zielmarke nach oben. In Köpfen gerechnet beschäftigte die Bank Ende Juni 48.644 Mitarbeiter, davon gut 34.900 im Inland.

Stellenabbau und Filialschließungen
Alexander Schmitt, HR
21.09.2019 08:25 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. September 2019 um 16:00 Uhr.

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