Reisende eines gestrichenen Fluges von Thomas Cook sitzen am Flughafen auf Mallorca fest. | Bildquelle: AP

Thomas-Cook-Pleite Reiseprobleme auch für Tui-Kunden

Stand: 24.09.2019 12:14 Uhr

Die Konkurrenz von Thomas Cook bleibt nicht von den Pleite-Folgen verschont. Auch manche Tui-Kunden können ihre Reise nicht antreten. Derweil hofft die deutsche Konzern-Tochter Condor auf Finanzhilfe.

Wer seinen Urlaub beim Touristikkonzern Tui - dem größten Hauptkonkurrenten von Thomas Cook - gebucht hat, bleibt von den Pleite-Folgen verschont. Das haben gestern sicher einige Tui-Kunden zunächst erleichtert gedacht. Doch nun steht fest: Auch Tui-Urlauber aus Großbritannien müssen mit Problemen rechnen. Das teilte ein Sprecher des Reisekonzerns in Hannover mit.

Betroffen sind demnach britische Tui-Kunden, die in den kommenden fünf Wochen mit Flugzeugen der Thomas-Cook-Airlines in den Urlaub fliegen wollten. Diese Menschen könnten ihre Reise nicht antreten, sagte der Sprecher. Betroffen seien alle entsprechenden Reisen bis zum 31. Oktober. Aber für bereits verreiste Kunden, deren Flüge wegen der Insolvenz ausfallen, würden Ersatzflüge angeboten.

Condor beantragt Überbrückungskredit vom Bund
tagesschau 20:00 Uhr, 24.09.2019, Daniel Pokraka, ARD Berlin

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Kein Reiseantritt für deutsche Kunden

Mit Blick auf Deutschland sind in erster Linie die direkten Kunden von Thomas Cook betroffen. Eine Lösung ist nicht in Sicht: Kunden der deutschen Thomas-Cook-Tochter könnten auch am 25. und 26. September ihre Reisen nicht antreten, sagte ein Sprecher der Thomas Cook GmbH auf Anfrage. Sie werden den Angaben zufolge weder von Airline noch Hotel als Gast akzeptiert. Nach Hause fliegen könnten Pauschalreisegäste aber wie geplant.

Bereits am Montag und Dienstag konnten Kunden, die bei der deutschen Thomas Cook gebucht hatten, nicht zu ihrem Urlaubsziel starten. Der Verkauf von neuen Reisen bleibt gestoppt. Die Tochter mit den Marken Thomas Cook, Neckermann, Öger Tours, Air Marin und Bucher Reisen ist nicht insolvent und führt derzeit Gespräche auf allen Ebenen.

Altmaier nimmt Condor indirekt in Schutz

Betroffen von der Pleite ist auch die deutsche Fluglinie Condor, eine direkte Tochter von Thomas Cook. Ihre Flugzeuge fliegen aktuell aber noch weiter. Condor hofft auf einen Kredit der Bundesregierung. Ein solcher Überbrückungskredit für die bisher profitable Fluggesellschaft könnte möglicherweise verhindern, dass Condor im Sog der Insolvenz des Mutterkonzerns Thomas Cook ebenfalls in Schräglage gerät.

Thomas-Cook-Tochter Condor beantragt Überbrückungskredit
tagesschau 12:00 Uhr, 24.09.2019, Stephan Stuchlik, ARD Berlin

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Doch ob es eine solche staatliche Finanzhilfe geben wird, ist noch unklar. Wirtschaftsminister Peter Altmaier kündigte eine Entscheidung der Bundesregierung "in den nächsten Tagen" an. Zugleich nahm er Condor indirekt in Schutz: Die Schwierigkeiten seien durch die Insolvenz der Muttergesellschaft Thomas Cook entstanden. "Es sind keine hausgemachten Probleme", sagte Altmaier am Rande einer Industriekonferenz in Berlin.

Hessen ist bereit für Finanzhilfe

Condor hatte bereits kurz nach den gescheiterten Verhandlungen des Mutterkonzerns Thomas Cook mit möglichen Geldgebern einen Überbrückungskredit bei der Bundesregierung beantragt. Es geht dem Vernehmen nach um rund 200 Millionen Euro, um Liquiditätsengpässe zu verhindern. Nach EU-Recht sind Staatshilfen nur zulässig, wenn das betroffene Unternehmen dauerhaft überleben kann.

Das Land Hessen hat seine Entscheidung schon getroffen: Es ist nach eigenen Angaben bereit, Condor mit einem Millionenkredit zu helfen: "Wir haben ein bewährtes Verfahren in solchen Konstruktionen. Der Bund nimmt die Hälfte und die betroffenen Länder nehmen die andere Hälfte", sagte der hessische Finanzminister Thomas Schäfer im Hessischen Rundfunk

Verbraucherschützer für Finanzhilfe

Auch von anderer Seite werden die Stimmen für und gegen eine solche Finanzhilfe lauter. Zu den Befürwortern zählen die Verbraucherschützer: Sie appellieren an die Bundesregierung, den beantragten Kredit an die Fluggesellschaft zu gewähren. "Die Bundesregierung sollte Condor unterstützen, schon aus Gründen der Gleichbehandlung", sagte der Vorstand des Verbraucherschutz Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Erfahrung mit einem solchen Kredit sei gut, sagte Müller und verwies auf das Beispiel Air Berlin. Die insolvente Airline zahlte jüngst ihre letzte Kreditrate zurück.

Auch Flughafenbetreiber hoffen auf den Fortbestand der Airline. Der Flughafenverband ADV begrüßte, dass Condor den Flugbetrieb trotz der "schwierigen Situation versucht aufrechtzuerhalten". Die heimische Luftverkehrswirtschaft könne es sich nicht leisten, eine weitere deutsche Airline zu verlieren: "Dem deutschen Ferienflieger sollte eine faire Chance zum langfristigen Weiterbetrieb gegeben werden", forderte der Verband.

Steuerzahlerbund gegen Zahlung

Auch Gewerkschaften fordern von der Bundesregierung, Condor zu unterstützen, um die 4900 Arbeitsplätze bei der Airline zu erhalten. Dagegen lehnt der Steuerzahlerbund staatliche Hilfen für Condor ab.

Neben der Finanzhilfe seitens der Bundesregierung steht auch ein kompletter oder teilweiser Verkauf von Condor an die Lufthansa im Raum. Lufthansa wollte sich bisher nicht dazu äußern. Aber bereits im Mai hatte Europas größte Airline ein vorläufiges Kaufgebot für Condor abgegeben; besonders deren Langstreckengeschäft schien für die Lufthansa attraktiv.

Thomas-Cook-Pleite: Griechenlands Reisebranche sorgt sich
Michael Lehmann, ARD Istanbul
24.09.2019 07:21 Uhr

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Flugbetrieb in Skandinavien wieder aufgenommen

Auch in anderen Ländern in Europa gibt es betroffene Tochtergesellschaften von Thomas Cook. Dazu gehören auch die Airline Scandinavia in Schweden und Norwegen. Deren Flüge waren nach Bekanntgabe der Pleite zunächst eingestellt worden - aber heute sollen diese wieder aufgenommen werden. Das teilte die Thomas-Cook-Tochter Ving mit.

Auch andere skandinavische Töchter, darunter Tjaereborg, Globetrotter und Spies, würden den Betrieb fortsetzen, hieß es weiter. Weil sie unabhängige und profitable Teile der Gruppe seien, könnten sie "mit Hilfe unserer Banken, Gläubiger und Bürgen den Betrieb fortsetzen", sagte der Geschäftsführer von Thoma Cook Nordeuropa, Magnus Wikner. Erwartet wird, dass Kunden in Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden wieder zu und von ihren Urlaubszielen fliegen könnten.

Thomas Cook-Insolvenz: Wie sie Touristen auf Mallorca erleben
Marc Dugge, ARD Madrid
24.09.2019 06:18 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 24. September 2019 NDR Info um 11:45 Uhr in den Nachrichten und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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