Auto-Zulieferer Continental | Bildquelle: dpa

Schärferes Sparprogramm Continental will noch mehr Stellen abbauen

Stand: 01.09.2020 19:37 Uhr

Dass beim Autozulieferer Continental gespart werden muss, ist schon länger klar - der Sparkurs wird aber noch verschärft. Die Rede ist von einer Milliarde Euro pro Jahr an Einsparungen und bis zu 30.000 Stellen weltweit.

Der deutsche Autozulieferer Continental treibt seinen laufenden Unternehmensumbau noch stärker voran und verschärft den Sparkurs. Angesicht schwerer Einbrüche in der Corona-Krise soll ab dem Jahr 2023 jährlich bis zu eine Milliarde Euro eingespart werden. Bisher war von einer Zielmarke von etwa 500 Millionen Euro die Rede. Durch Personaleinsparungen sollen die Kosten noch zusätzlich gedrückt werden.

Alte Bereiche verkleinern, Zukunftstechnologien ausbauen

Statt der angepeilten Streichung von 20.000 Stellen, stehen jetzt 30.000 Jobs bei Continental auf der Kippe, 13.000 davon in Deutschland. Insgesamt hat das Unternehmen weltweit mehr als 232.000 Mitarbeiter. Das Sanierungsprogramm "Transformation 2019-2029" war bereits im vergangenen Jahr gestartet. Arbeitsplätze sollen demnach vorrangig in alten Bereichen wie Mechanik und Hydraulik wegfallen.

Es sei aber auch geplant, neue Stellen aufzubauen, etwa bei Alternativantrieben oder Digitaltechnologien. 3000 Jobs seien bereits verlagert, verändert oder aufgegeben worden, hieß es von Continental. Ein weiteres Ziel sei es, bestimmte Funktionen aus Produktion, Forschung und Entwicklung "an den weltweit wettbewerbsfähigsten Standorten" zusammenzuziehen.

Konzernchef Elmar Degenhart begründete die Verschärfung des Sparkurses damit, dass das Unternehmen "ausreichend Handlungsspielraum und die unentbehrlichen Mittel für die Rückkehr zu schnellem, profitablem und nachhaltigem Wachstum" brauche. Im zweiten Quartal dieses Jahres war Continental tief in die Verlustzone gerutscht und hatte knapp 741 Millionen Euro Minus gemacht. Ein Jahr zuvor verzeichnete der Autozulieferer noch Gewinne.

Gewerkschaften kritisieren Pläne

Kritik an den erweiterten Sparplänen kam von den Gewerkschaften und dem Betriebsrat. "Unter dem Deckmantel der Corona-Krise soll nun offenbar alles zusammengekehrt werden, was den Renditeansprüchen nicht mehr gerecht wird", sagte Francesco Frioli, Vorstandsmitglied der IG BCE. IG-Metallvize Christiane Brenner bezeichnete das Verhalten von Continental als "verantwortungslos". Sie forderte eine auf die Zukunft gerichtete Geschäftsstrategie. Beide Gewerkschaften wollen die Belegschaft in der kommenden Woche für bundesweite Aktionen mobilisieren.

Continental verschärft Sparkurs
Torben Hildebrandt, NDR
01.09.2020 19:55 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 02. September 2020 um 07:11 Uhr.

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