Deutsche Bank

Starkes Investmentbanking Deutsche Bank schafft die Wende

Stand: 28.10.2020 08:19 Uhr

Der Umbau der Deutschen Bank kommt weiter voran. Im dritten Quartal hat die Bank sogar wieder Gewinne gemacht - dank dem starken Wertpapierhandel. Gute Nachrichten kommen auch aus einem anderen Bereich.

Insgesamt wies der Konzern für das dritte Quartal einen Gewinn von 309 Millionen Euro, nach einem Verlust von 832 Millionen Euro im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Gewinn vor Steuern lag bei 482 Millionen Euro, nach einem Verlust von 687 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Ermöglicht hat diese Wende das hervorragend gelaufene Investmentbanking. Allein im Handelsgeschäft mit Anleihen und Währungen stiegen die Einnahmen um 47 Prozent. Im Zinsgeschäft haben sich die Erträge sogar verdoppelt. Auch im Emissions- und Beratungsgeschäft liefen die Geschäfte gut, die Umsätze legten um 15 Prozent zu. Insgesamt konnte die Investmentbank dadurch ihre Einnahmen um 43 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro steigern.

Verluste der "Bad Bank" sinken drastisch

Wirklich überraschend ist das nicht, hatten doch gerade die Bilanzen der amerikanischen Investmentbanken bereits gezeigt wie sehr die in diesem Bereich aktiven Geldhäuser von der rasanten Erholung der Finanzmärkte profitiert haben.

Das gilt auch für die einst als "Bad Bank" bezeichnete "Einheit zur Freisetzung von Kapital", wo die Bank ihre faulen Kredite aus früheren Geschäften parkt - und versucht sie zu verkaufen. Dank der guten Finanzmärkte konnte die Deutsche Bank ihre Verluste in diesem Bereich auf 427 Millionen Euro mehr als halbieren.

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Auf dem Weg der Gesundung

Damit befindet sich die gesamte Bank weiterhin auf dem Weg der Gesundung. Das zeigt auch eine andere Rechnung: So sind die Gesamteinnahmen des Konzerns im dritten Quartal um 13 Prozent gestiegen während die Ausgaben um zehn Prozent zurückgingen.

Vorstandschef Christian Sewing wird mit folgenden Worten zitiert: "Im fünften Quartal unserer Transformation haben wir neben unserer Kostendisziplin auch gezeigt, dass wir Marktanteile gewinnen können. Unser fokussiertes Geschäftsmodell zahlt sich aus, und wir erwarten, dass sich ein erheblicher Teil unserer Ertragssteigerungen als nachhaltig erweisen wird."

Risikovorsorge gesunken

Auch die in der Krise viel beachtete Risikovorsorge für ausfallgefährdete Kredite ist im dritten Quartal deutlich geschrumpft, auf 273 Millionen Euro, nach 761 Millionen im zweiten Quartal. Eine erneute Verschlechterung im Kreditgeschäft erwartet die Deutsche Bank zunächst nicht.

Weniger erfreulich lief es in der Privatkundenbank. Hier stagnierten die Erträge. Als Folge des veränderten Kundenverhaltens und die Kosten weiter zu drücken hat die Bank bereits angekündigt, die Zahl der Deutsche-Bank-Filialen von rund 500 auf rund 400 zu verringern.

lg

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 28. Oktober 2020 um 11:48 Uhr.

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