Mitsubishi

Dieselskandal Bundesweite Razzia bei Mitsubishi

Stand: 21.01.2020 16:32 Uhr

Auch gegen den Autokonzern Mitsubishi werden Vorwürfe laut, bei Dieselmotoren mithilfe einer Software Schadstoffwerte manipuliert zu haben. Bundesweit wurden Geschäftsräume des Unternehmens durchsucht.

Im Rahmen des Dieselskandals gerät erneut der Autobauer Mitsubishi ins Visier der Staatsanwaltschaft. Bundesweit seien bei einer Razzia Geschäftsräume des Konzerns durchsucht worden, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt mit. Es bestehe der Verdacht des Betruges.

Laut Staatsanwaltschaft richten sich die Ermittlungen gegen "verantwortliche Personen", die bei dem Unternehmen arbeiten sowie gegen eine Tochterfirma von Mitsubishi. Insgesamt seien zehn Gewerbeobjekte in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen und Bayern durchsucht worden.

Betrugssoftware bei 1,6- und 2,2-Liter-Motoren?

Auch zwei Zulieferer des Autobauers seien Ziel der Razzia gewesen. Bei einem der Zulieferer handele es sich um den Konzern Continental, bestätigte die Staatsanwaltschaft einen Bericht der "Wirtschaftswoche". Das Unternehmen werde als Zeuge geführt. Hier seien Standorte in Frankfurt, Hannover und Regensburg durchsucht worden. Continental ist neben der Firma Bosch einer der größten Hersteller für Abgasreinigungstechnik. Das Unternehmen sicherte den Behörden seine "vollumfängliche" Kooperation zu.

Die Staatsanwaltschaft prüft, ob bei Dieselfahrzeugen mit 1,6- und 2,2-Liter-Dieselmotoren der Abgasnorm Euro 5 und 6 eine illegale Abschalteinrichtung eingebaut wurde, mit deren Hilfe möglicherweise die Werte der Stickoxidemission manipuliert wurden. Autos mit einer derartigen Software seien nicht genehmigungsfähig, weswegen Kunden Fahrverbote oder Stilllegungen drohten.

Neben Mitsubishi richten sich die Manipulationsvorwürfe, die mit dem Dieselskandals bekannt geworden waren, gegen weitere Autokonzerne, darunter Volkswagen, Daimler oder Fiat Chrysler.

Mitsubishi räumte bereits 2016 Verstöße in Japan ein

Bereits 2016 hatte es Ermittlungen gegen Mitsubishi gegeben - damals drehte es sich jedoch um Fahrzeuge mit Benzinmotoren. Der Konzern räumte selbst ein, bei in Japan verkauften Modellen regelwidrige Untersuchungsmethoden angewandt und Angaben zum Benzinverbrauch verfälscht zu haben. Interne Untersuchungen ergaben dann aber, dass die Manipulation teilweise bis 1991 zurückreichten. Der japanische Autobauer betonte damals jedoch, sich bei seiner Produktion im Ausland an Vorgaben von Verbrauchstests gehalten zu haben.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. Januar 2020 um 16:45 Uhr.

Darstellung: