Eine Lehrerin bedient in einer Grundschule ein Tablet.  | Bildquelle: dpa

DGB zu "Roboter-Revolution" Weiterbildung gegen digitalen Frust

Stand: 17.09.2018 03:26 Uhr

Digitalisierung als Chance oder Risiko? Eine neue Studie warnt: In Deutschland sind die Menschen nicht gut auf den Wandel vorbereitet. Der DGB fordert mehr Investitionen - vor allem in Weiterbildung.

Laut einer neuen Studie sind in Deutschland nur 46 Prozent der Mitarbeiter auf die Folgen der Digitalisierung für ihre Jobs vorbereitet. Das besorgt den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Er fordert mehr Investitionen. Konkret soll es um bessere Weiterbildung gehen, um Arbeitnehmer bei der Digitalisierung der Arbeitswelt mitzunehmen.

"Die Folgen werden nur von den Menschen akzeptiert und toleriert werden, ob als Beschäftigte oder Verbraucher, wenn die Technologie ihnen dient und nicht sie ihr", sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann der "Welt".

Forderung nach Regulierung

Auch Politiker sehen Handlungsbedarf. Der FDP-Fraktionsvize im Bundestag, Frank Sitta, mahnte, es müsse schon bei den Kindern angesetzt werden. "Dazu müssen Lehrpläne und Ausstattung modernisiert und in die digitale Weiterbildung der Lehrer investiert werden", sagte er der Zeitung.

Die Linken-Vorsitzende Katja Kipping sieht auch den Staat in der Pflicht. "Ohne politische Regulierung kann die Digitalisierung zu einer Art globalen Feudalismus 2.0 verkommen, in dem einige wenige Konzerne willkürlich agieren", warnte Kipping.

"Roboter-Revolution schafft Arbeitsplätze"

Laut der Studie des Weltwirtschaftsforums (WEF) werden bis 2025 Maschinen mehr Arbeitsstunden erledigen als Menschen. Heute betrage der Anteil erst 29 Prozent.

Eine Hiobsbotschaft für die Arbeitsmärkte sei das aber nicht, schreiben die Autoren: "Die Roboter-Revolution schafft netto 58 Millionen neue Arbeitsplätze in den kommenden fünf Jahren", schätzt das WEF. Der Fokus der Studie, deren Macher unter anderem das jährliche Wirtschaftstreffen in Davos ausrichten, liegt auf Arbeitsplätzen bei multinationalen Konzernen. Auch die Bereiche Gesundheit, Pflege und Ausbildung hätten Wachstumspotenzial.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 17. September 2018 um 03:00 Uhr.

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