Tom Enders vor dem Wandbild eines Airbus-Flugzeugs | Bildquelle: picture alliance / AA

Reaktion auf Airbus-Abfindung "Diese Summen sind exzessiv"

Stand: 04.04.2019 14:22 Uhr

Airbus-Chef Enders erhält zum Abschied etwa 37 Millionen Euro. Der französische Wirtschaftsminister le Maire spricht von "Exzessen" und kündigt ein Gesetz an.

Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat es bestätigt: der scheidende Unternehmenschef Tom Enders erhält 37 Millionen Euro Abfindung. Nachdem diese Summe erstmals am Dienstag durchgesickert war, reagiert nun die französische Regierung.

Wirtschaftsminister Bruno le Maire kündigte an, Abfindungen gesetzlich zu deckeln. Er will scheidenden Top-Managern künftig maximal 30 Prozent ihres Gehalts zugestehen.

Tom Enders | Bildquelle: AFP
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Airbus-Chef Tom Enders mit einem seiner Problemflugzeuge: Im November 2009 vor dem A 400 M

Exzesse, die in die Vergangenheit gehören

Zwar hatte die sozialistische Vorgängerregierung die Abschlagszahlungen für scheidende Firmenchefs bereits auf 45 Prozent des Gehalts gedeckelt. Diese Vorgabe ist aber nicht bindend.

"Offenbar sind Empfehlungen zur guten Unternehmensführung nicht genug", kommentierte le Maire und kündigte an, die neue Regelung "in Stein zu meißeln". Le Maire sagte mit Blick auf die Abfindung für Enders, die Summen seien "exzessiv und gehören in die Vergangenheit".

Enders hinterlässt bei Airbus Erfolge, aber auch Baustellen

Enders Abfindung setzt sich zusammen aus etwa 26 Millionen Euro an Rentenzahlungen und Aktien im Wert von rund sieben Millionen. Hinzu kommt eine Prämie von gut drei Millionen Euro, damit Enders ein Jahr lang nicht für die Konkurrenz arbeitet. Der 60-Jährige übergibt das Unternehmen kommende Woche in die Hände von Guillaume Faury.

Guillaume Faury und Tom Enders (Airbus) | Bildquelle: REUTERS
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Guillaume Faury (links) und Tom Enders (Airbus)

Faury leitet zurzeit die Verkehrsflugzeugsparte Airbus Commercial. Er war bereits in den 90er-Jahren bei Airbus, hat aber auch mehrere Jahre für den Autobauer Peugeot gearbeitet. Auf ihn wartet viel Arbeit.

Airbus muss trotz einer guten letzten Bilanz das vorzeitige Aus des Riesenfliegers A 380 verkraften, der Militärtransporter A 400 M ist ein Zuschussgeschäft. Außerdem laufen seit 2016 Korruptionsermittlungen, in deren Folge dem Konzern möglicherweise Milliardenstrafen in Europa und den USA drohen.   

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 04. April 2019 um 10:00 Uhr in den Nachrichten.

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