Kaufvertrag für Escada unterzeichnet Mode vom indischen Stahl-Magnaten

Stand: 05.11.2009 20:22 Uhr

Die Familie des indischen Stahl-Magnaten Mittal kauft den insolventen Luxusmode-Hersteller Escada. Neue Besitzerin ist Megha Mittal, die Schwiegertochter des einflussreichen indischen Stahlunternehmers Lakshmi Mittal. Escada bestätigte, dass ein Kaufvertrag mit der Familie unterzeichnet worden sei. Über den Preis gab es zunächst keine Angaben. Laut Escada umfasst der Vertrag die Übertragung "aller wesentlichen zum operativen Geschäftsbetrieb" gehörenden Vermögensgegenstände sowie die Anteile an Tochtergesellschaften des Konzerns. Die Aktien der Escada AG werden dagegen nicht übernommen, so dass das Geschäft voraussichtlich zu Lasten der bisherigen Aktionäre geht.

Wunschpartner gefunden

"Mit der Transaktion soll der Geschäftsbetrieb der Escada-Gruppe einschließlich der Mitarbeiter sowie der weltweiten Markenrechte, der Produktionsstätten und der Vertriebsstruktur übergehen." Die 33-jährige Mittal werde mit dem bisherigen Vorstand um Bruno Sälzer zusammenarbeiten. Der vorläufige Gläubigerausschuss habe dem Verkauf bereits zugestimmt, erklärte das Unternehmen. Das Geschäft stehe jetzt noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe.

Sälzer erklärte: "Wir haben mit der Familie Mittal unseren Wunschpartner gefunden. Nun zählt nur noch der Blick nach vorne." Er sei erleichtert, dass die Zeit der Unsicherheit für Mitarbieter, Kunden und Lieferanten vorbei sei. Insolvenzverwalter Christian Gerloff sagte, er sei froh, dass es gelungen sei, nur zweieinhalb Monate nach dem Insolvenzantrag ein für die Gläubiger attraktives und sicheres Verhandlungsergebnis zu erreichen.

Escada-Party
galerie

Vor der Insolvenz feierte Escada noch im Berliner Bodemuseum.

Weltweit 2200 Beschäftigte

Escada hatte im Sommer Insolvenz beantragt und braucht dringend frisches Kapital. Das Unternehmen hat derzeit weltweit noch rund 2200 Beschäftigte, davon rund 500 am Firmensitz in Aschheim bei München. Zuletzt hatte neben Megha Mittal auch der Sohn des Firmengründers, Sven Ley, für Escada geboten.

Um die einst größte Damenmodemarke der Welt hatte es ein wochenlanges Bietergefecht gegeben, nachdem Escada Insolvenz angemeldet hatte. Ein Rettungsplan war zuvor gescheitert. Escada ist seit längerem in Schieflage. Im vergangenen Geschäftsjahr, das im Oktober 2008 endete, verlor der Konzern 70 Millionen Euro. Seit dem Geschäftsjahr 2000/2001 ist ein Drittel des Umsatzes weggebrochen. Jüngst musste Escada auch seine Tochterfirma Primera mit all ihren Marken verkaufen.

Darstellung: