Neue Euroscheine | Bildquelle: ARMANDO BABANI/EPA-EFE/REX/Shutt

Mehr Fälschungssicherheit Neue Euro-Scheine ab 2019

Stand: 17.09.2018 14:54 Uhr

Die 100- und 200-Euro-Scheine bekommen ein neues Outfit. Aufwändige Sicherheitsmerkmale sollen Fälschern das Leben schwer machen. Ende Mai 2019 kommen die neuen Scheine in Umlauf.

Europas Verbraucher müssen sich im Frühjahr 2019 an neue 100- und 200-Euro-Scheine gewöhnen. Vom 28. Mai an werden die Banknoten in Umlauf gebracht, wie die Europäische Zentralbank (EZB) mitteilte. Eine Sprecherin der Notenbank in Frankfurt bestätigte den Zeitplan. Am Nachmittag wurden die neu gestalteten Scheine in der Zentrale der EZB erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Mehr Sicherheit durch "Europa"

Verbesserte Sicherheitsmerkmale sollen Geldfälschern das Handwerk erschweren. So ist etwa der Wert der Scheine als "Smaragd-Zahl" aufgedruckt, die ihre Farbe ändert, wenn man die Banknote etwas neigt. Das Wasserzeichen zeigt ein Porträt der griechischen Mythenfigur Europa, die auch die Namensgeberin dieser "Europa-Serie" ist. Das Porträt der Königstochter und Geliebten des Gottes Zeus wurde dafür von einer 2000 Jahre alten Vase kopiert, die im Pariser Louvre steht

Damit ist die zweite Generation von Euro-Banknoten seit Einführung des gemeinsamen Bargelds 2002 komplett. Fünfer, Zehner, Zwanziger und Fünfziger sind bereits in der überarbeiteten Version im Umlauf und sollen dank der neuen Sicherheitsmerkmale zu einem Rückgang der Geldfälschungen geführt haben.

So haben die neuen 20- und 50-Euro-Scheine ein "Porträtfenster", das durchsichtig wird, wenn man den Schein gegen das Licht hält. Dann sieht man von beiden Seiten ein Porträt der Europa.

Außerdem sind die Fünfer und Zehner der zweiten Generation mit einer Speziallackierung überzogen, die höherwertigen Scheine nicht. Damit sollen die kleinen Stückelungen, die häufiger den Besitzer wechseln, haltbarer sein.

Abschied vom 500-Euro-Schein

Der 500-Euro-Schein wird nach einer Entscheidung des EZB-Rates vorerst nicht mehr produziert. Befürworter versprechen sich davon, dass Terrorfinanzierung und Schwarzarbeit zurückgedrängt werden. Ob das klappt, ist umstritten. Die im Umlauf befindlichen 500-Euro-Scheine bleiben gesetzliches Zahlungsmittel und sollen unbegrenzt umtauschbar sein. Auch die Euro-Banknoten der ersten Generation bleiben gültig und werden im Laufe der Zeit von den Notenbanken aus dem Verkehr gezogen.

Personal und Geräte müssen vorbereitet werden

Bevor die neuen 100- und 200-Euro-Scheine an Geldautomaten und Ladenkassen zu haben sind, bereiten Banken und Einzelhandel ihre Geräte und das Personal auf den Umgang mit den neuen Geldscheinen vor. Auch Automaten müssen eingerichtet und umgerüstet werden.

Mit dem neuen Fünfer hatte es im Mai 2013 anfangs Probleme gegeben: An vielen Automaten in Europa konnten Verbraucher ihren Fahrschein oder das Parkticket damit nicht bezahlen, weil die Software der Automaten nicht rechtzeitig umgestellt worden war.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. September 2018 um 15:00 Uhr.

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