Ein Van-Carrier fährt im Hamburger Hafen an einer Reihe gestapelter Container vorbei. | Bildquelle: dpa

Statistisches Bundesamt Weniger Exporte im Januar

Stand: 09.03.2020 13:18 Uhr

Schon vor der Corona-Krise macht die Weltwirtschaft dem deutsche Außenhandel zu schaffen. Laut Statistischem Bundesamt gingen die Exporte im Januar um mehr als zwei Prozent zurück. Besonders gefragt waren Kraftwagen und Maschinen.

Handelsstreitigkeiten weltweit und der Brexit haben Deutschlands Exporteuren einen enttäuschenden Start ins neue Jahr beschert. Im Januar, und damit noch vor der großen Coronavirus-Krise, lieferten die Unternehmen Waren "Made in Germany" im Gesamtwert von 106,5 Milliarden Euro ins Ausland. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes waren das 2,1 Prozent weniger als im Januar 2019. Auch die Einfuhren nach Deutschland gingen im Jahresvergleich um 1,8 Prozent auf 92,7 Milliarden Euro zurück, wie die Statistikbehörde berichtete.

Von Dezember auf Januar stagnierten die Exporte, die Importe legten um 0,5 Prozent zu. Konkrete Folgen der Corona-Epidemie konnten die Statistiker in den Januarzahlen nicht nachweisen. Der Handel mit China ging zum Jahresauftakt zwar deutlich zurück: Die Exporte sanken in der Jahresfrist um 6,5 Prozent und die Importe lagen um 0,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Es ließen sich daraus aber noch keine direkten Folgen des Coronavirus erkennen, erklärte die Behörde.

China ist der wichtigste Handelspartner Deutschlands. Dort war Ende Dezember das neuartige Coronavirus ausgebrochen. Es breitet sich mittlerweile weltweit aus. 

Außenhandelsverband fordert Hilfe von der Politik

"Die Unruhe auf dem Weltmarkt verhagelt den Jahresauftakt im Außenhandel", erklärte Holger Bingmann, Präsident des Außenhandelsverbandes BGA. Er erklärte, die deutsche Exportwirtschaft sei in einer Situation, "in der wir noch dringender als bisher politische Unterstützung brauchen, damit die Effekte abgemildert werden". Gleichzeitig begrüßte er die Beschlüsse des Berliner Koalitionsausschusses und warnte gleichzeitig vor Panik, mit der niemandem geholfen sei. Bislang hätten die Unternehmen die zahlreichen Probleme der Weltwirtschaft mit Mühe meistern können. "Mit dem Coronavirus ist ein zusätzlicher Faktor ins Spiel gekommen, der die Weltwirtschaft deutlich belasten wird."

Das Jahr 2019 hatte die deutsche Exportwirtschaft trotz der Abkühlung der Weltwirtschaft und globalen Handelskonflikten mit einem Rekord abgeschlossen: Die Warenausfuhr war auf 1327,6 Milliarden Euro gestiegen.

Neuwagen stehen für den Export per Schiff bereit | Bildquelle: dpa
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Kraftwagen und -teile stehen bei den Exporten ganz oben.

Exportschlager Kraftwagen

Trotz eines Rückgangs um 3,2 Prozent blieben Fahrzeuge das wichtigste Exportgut. Insgesamt wurden Kraftwagen und -teile im Wert von 223,0 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert. Große Außenhandelsüberschüsse wurden auch mit Maschinen und Chemieprodukten erzielt.

Negativ fiel die Außenhandelsbilanz bei Erdöl und Erdgas sowie bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen aus. Bei den Importen führten ebenfalls Kraftwagen und Kraftwagenteile die Rangliste der wichtigsten Handelsgüter für Deutschland an. Hier folgten Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Erzeugnisse sowie Maschinen auf den Plätzen.

Die Industrieproduktion in Deutschland war im Januar noch gestiegen. Sie lag im Vergleich zum Dezember um drei Prozent höher, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das Bundeswirtschaftsministerium erklärte, die Industrieproduktion habe sich in den vergangenen Monaten stabilisiert - im Januar sei die Entwicklung aber wegen Brückentageneffekten und des milden Winters "etwas überzeichnet" gewesen. Der Ausblick bleibe wegen der Ausbreitung des Coronavirus "mit Unsicherheiten behaftet".

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