Umstrittene Rolle im Fall Wirecard EY wechselt Deutschland-Spitze aus

Stand: 25.02.2021 15:28 Uhr

Im Wirecard-Skandal machten die Wirtschaftsprüfer von EY keine gute Figur. Jahrelang hatte sie Abschlüsse von Wirecard testiert, obwohl es Anzeichen für Betrug gab. Jetzt wird die Geschäftsführung ausgewechselt.

Hubert Barth tritt als Vorsitzender der Geschäftsführung der Unternehmensberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY (Ernst & Young) in Deutschland ab. Als Barths Nachfolge treten Henrik Ahlers, bisher schon Mitglied der Geschäftsführung, und Jean-Yves Jégourel als Doppelspitze an. Jégourel ist aktuell bei EY Global für die Überwachung von Prüfungsstandards zuständig.

EY hatte die Bilanzen des mittlerweile insolventen Zahlungsdienstleisters von 2009 bis 2018 geprüft und abgesegnet - lediglich für den Abschluss des Geschäftsjahres 2019 verweigerte die Gesellschaft das Testat. Laut Münchner Staatsanwaltschaft waren die Wirecard-Bilanzen aber spätestens seit 2015 manipuliert. EY ist nun mit dem Vorwurf konfrontiert, nicht genau genug geprüft zu haben und dem Schwindel aufgesessen zu sein. Dieser Umstand führte auch zu einem Imageschaden.

Vertrauensverlust durch Fall Wirecard

Dass der Wechsel an der Führungsspitze eine direkte Folge des Wirecard-Skandal ist, bestätigte das Unternehmen nicht. Mehrere Medien hatten zuvor entsprechend berichtet. EY teilte aber mit, man sei sich bewusst, dass der Fall Wirecard Vertrauen zerstört habe.

"Es ist oberste Priorität von EY, zur Aufklärung des Falles Wirecard beizutragen und verloren gegangenes Vertrauen wiederherzustellen", erklärte der Wirtschaftsprüfer. Eine Expertenkommission unter Vorsitz des früheren Finanzministers Theo Waigel soll die Vorgänge aufarbeiten und EY bei Veränderungen in Geschäftsprozessen beraten.

Deutschlandchef von EY soll Posten verlieren
Sabrina Fritz, SWR
25.02.2021 16:55 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell Radio am 25. Februar 2021 um 15:00 Uhr in den Nachrichten.

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