Erträge brechen ein Großbanken viel weniger profitabel

Stand: 12.04.2021 14:29 Uhr

Den großen Geldinstituten in Europa fällt es in der Pandemie noch schwerer, Gewinne zu erwirtschaften. Das zeigen neue Zahlen der EZB. Auch die Bankkunden bekommen das zu spüren.

Die großen Banken in der Eurozone haben immer stärker mit Ertragsschwäche zu kämpfen. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) sank die sogenannte Eigenkapitalrendite der Institute im vierten Quartal 2020 auf nur noch 1,53 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es 5,16 Prozent gewesen. Diese Kennzahl zeigt, wie hoch der Anteil des Gewinns am eingesetzten Eigenkapital ist.

Dass die Profitabilität der Banken so stark gesunken ist, führt die EZB auf gestiegene Wertberichtungen in den Bilanzen sowie auf Rückstellungen im Zuge der Corona-Pandemie zurück. Zudem fällt es den Instituten zunehmend schwer, Gewinne zu erwirtschaften - dies ist ein längerfristiger Trend in der Bankenbranche in Zeiten der anhaltenden Niedrig- und Strafzinsen.

Anteil fauler Kredite gesunken

Je länger die Pandemie das Wirtschaftsleben beeinträchtigt, desto größer ist aus Sicht von Experten die Gefahr, dass Kreditausfälle die Bilanzen der Institute belasten. Die EZB als oberste Aufsicht der Großbanken in der Eurozone hat die Branche aufgefordert, sich auf wachsende Risiken einzustellen.

Tatsächlich sind die Institute beim Abbau ausfallgefährdeter Kredite laut EZB-Bankenstatistik vorangekommen. Die Quote "fauler" Darlehen sank auf 2,63 Prozent im vierten Quartal 2020 - von 3,22 Prozent im Vorjahreszeitraum. Allerdings schlummern der Statistik zufolge immer noch 444 Milliarden Euro solcher problematischer Kredite in den Bilanzen. Die EZB überwacht derzeit 115 Institute - darunter die Deutsche Bank und die Commerzbank.

Eine Belastung für die Institute und zunehmend auch die Bankkunden sind die Strafzinsen, die sie auf Einlagen bei der Zentralbank zahlen müssen. Aktuell kostet das die Geschäftsbanken 0,5 Prozent. Immer mehr Geldhäuser geben dies an Kontoinhaber weiter. Laut Vergleichsportal Verivox haben alleine in den ersten 100 Tagen des Jahres mehr als 100 Institute Strafzinsen für ihre Kunden eingeführt. "Aktuell kommen nahezu täglich weitere Banken hinzu", so Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. Schon mehr als 300 Banken und Sparkassen verlangen ein sogenanntes Verwahrentgelt bereits - vor allem für Tagesgeld.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Februar 2021 um 17:05 Uhr.

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