Der Facebook-Schriftzug an einer Wand. | Bildquelle: AP

Facebook Quartalszahlen Krise? Welche Krise?

Stand: 31.10.2019 02:05 Uhr

Es ist inzwischen ein gewohntes Bild: Facebook steht unter massiver Kritik - aber die Nutzer stört es wenig. Auch im vergangenen Quartal wuchsen die Nutzerzahlen und Umsatz weiter.

Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Wenn es nach der politischen Stimmung und dem Druck ginge, dem das soziale Netzwerk seit Monaten ausgesetzt ist, müsste es mit den Quartalszahlen eigentlich ganz tief in den Keller gehen. Die Börse sieht Facebook aber durch eine völlig andere Brille als die Politik. Das Unternehmen aus dem kalifornischen Menlo Park steht nach den Finanzdaten derzeit glänzend da.

Die jüngsten Quartalszahlen zeigen, dass das Netzwerk in den vergangen drei Monaten prächtig verdient hat und obendrein noch neue Nutzer dazu gewinnen konnte. Der Überschuss kletterte im Jahresvergleich um 19 Prozent auf 6,1 Milliarden Dollar (5,5 Milliarden Euro). Der Erlöse wuchsen dank der Werbeeinnahmen um 29 Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer nahm um acht Prozent auf 2,45 Milliarden zu. Diese Zahlen lagen über den Prognosen von Analysten. Dafür applaudierten die Anleger, im nachbörslichen Handel zog die Facebook-Aktie rund drei Prozent an.

Unbeeindruckt von Datenskandalen

Börse und Analysten bleiben von den zahlreichen Datenskandalen um Facebook, zu dem auch die Dienste WhatsApp und Instagram gehören, offenbar unbeeindruckt. So wurde jetzt bekannt, dass das Unternehmen in Großbritannien wegen des Cambridge-Analytica-Skandals eine Strafe über umgerechnet 580.000 Euro akzeptierte. 

Und auch bei der geplanten Digitalwährung Libra, die Facebook im nächsten Jahr starten will, verabschieden sich immer mehr Partner: So haben Visa, Mastercard und PayPal ihren Rückzug angekündigt. Hauptkritikpunkt ist aber, dass das Netzwerk zu wenig gegen die Verbreitung von Propaganda und Hassbotschaften unternimmt.

Facebook-Quartalszahlen: Daumen hoch
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
31.10.2019 06:42 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Oktober 2019 um 13:50 Uhr.

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