Ein Mann hält eine Lupe vor das Facebook-Logo. | Bildquelle: REUTERS

Soziales Netzwerk Facebook sperrt Milliarden Fake-Accounts

Stand: 14.11.2019 11:22 Uhr

Facebook hat nach eigenen Angaben massiv darin investiert, gefälschte Nutzerkonten aufzuspüren - jetzt weist der Konzern Erfolge vor: Seit Jahresbeginn wurden 5,4 Milliarden Accounts gesperrt, etliche sind aber noch im Umlauf.

Im Kampf gegen Falschinformation und Manipulation hat der US-Internetkonzern Facebook seit Jahresbeginn nach eigenen Angaben rund 5,4 Milliarden Fake-Accounts gesperrt. Facebook könne inzwischen besser erkennen, wenn gefälschte und missbräuchliche Nutzerkonten erstellt würden, teilte das Unternehmen in seinem Transparenzbericht mit. Dank verbesserter Prüfmechanismen würden jeden Tag "Millionen Versuche", Fake-Accounts einzurichten, unterbunden.

Facebook geht davon aus, dass im zweiten und dritten Quartal rund fünf Prozent der weltweiten Nutzerkonten gefälscht waren. Bei Fake-Accounts gibt jemand vor, eine Person zu sein, die es gar nicht gibt. Über diese Konten werden häufig Informationen verbreitet, die einer bestimmten politischen oder sozialen Agenda folgen. Das soziale Netzwerk hat massiv darin investiert, solche Nutzerkonten aufzuspüren und zu sperren.

Zahl der Anfragen von Regierungen deutlich gestiegen

Der Transparenzbericht legt auch offen, dass die Zahl der Anfragen von Regierungen zu Nutzerinformationen erneut deutlich zugenommen hat. Sie stieg demnach in der ersten Jahreshälfte um 16 Prozent auf 128.617 Anfragen. Mit knapp 51.000 kommen die meisten davon von den USA - gefolgt von Indien, Großbritannien, Deutschland und Frankreich.

Facebook gab in dem Transparenzbericht, der erstmals auch den Internetdienst Instagram einschloss, auch Fortschritte im Kampf gegen Beiträge bekannt, die im Zusammenhang mit Terror, Hass, Suiziden, Kinderpornografie und Drogen stehen. Dennoch seien die derzeit angewandten Technologien "nicht perfekt", räumte der Konzern ein. Deshalb investiere das Unternehmen weiter darin, Beiträge besser zu erkennen, die gegen die eigenen Grundsätze verstießen. 

Facebook-Chef Mark Zuckerberg wies in einer Telefonkonferenz Forderungen aus der Politik zurück, den Konzern aufzuspalten. Ein solcher Schritt würde das Vorgehen gegen missbräuchliche Inhalte und Aktivitäten erschweren. Sein Unternehmen investiere jedes Jahr Milliarden von Dollar dafür, Facebook für seine Nutzer sicher zu gestalten. Das wirke sich negativ auf den Gewinn des Konzerns aus - "aber es steht außer Frage, dass es richtig ist", betonte Zuckerberg.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova am 14. November 2019 um 08:00 Uhr.

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