Fair gehandelte Blumen | Bildquelle: dpa

Konsumverhalten Hauptsache fair

Stand: 14.05.2019 16:24 Uhr

Fairtrade ist im Trend: Die Deutschen kaufen immer mehr Waren, die unter aktzeptablen Bedingungen produziert wurden. Trotzdem wächst der faire Handel nach Ansicht von Experten nicht schnell genug.

Der Umsatz mit fair gehandelter Ware wächst - und zwar unabhängig vom Produkt: Egal ob Kakao, Rosen oder Kleidung, in allen Bereichen verzeichnet die Fairtrade-Branche Zuwächse. Nach Angaben des Vereins TransFair erreichte der Verkauf 2018 insgesamt ein Handelsvolumen von 1,6 Milliarden Euro. Das entspreche einem Wachstum von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Im Durchschnitt gaben die Verbraucher 19 Euro für Fairtrade-Ware aus. Dabei war Kaffee mit 20.000 verkauften Tonnen erneut das wichtigste Produkt. Aber auch Früchte wie Bananen oder Blumen fanden ihre Abnehmer.

Ein Arbeiter auf einer peruanischen Partnerplantage von TransFair (Archiv) | Bildquelle: obs
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Der Marktanteil fair gehandelter Bananen lag in Deutschland vergangenes Jahr bei 13,5 Prozent.

Die Zuwächse reichen nicht aus

Laut TransFair ist der Absatz fair gehandelter Produkte seit 2005 jährlich zweistellig gewachsen. Dennoch bewertet der gemeinnützige Verein den Marktanteil als zu niedrig. So seien nur viereinhalb Prozent des in Deutschland verkauften Kaffees unter fairen Bedingungen vertrieben worden.

"Der faire Handel wächst, aber er wächst nicht schnell genug", so TransFair-Chef Dieter Overath. Produzenten litten massiv unter niedrigen Börsenpreisen. "Junge Leute wenden sich von der Landwirtschaft ab, weil sie nicht von ihr leben können." Overath forderte die Politik auf, fairen Handel stärker zu fördern.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 14. Mai 2019 um 16:34 Uhr.

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