DAX konsolidiert Anleger in der Warteschleife

Stand: 10.02.2021 23:00 Uhr

Der Corona-Lockdown geht hierzulande erwartungsgemäß in eine neue Runde. Der DAX bleibt aber trotzdem auf Tuchfühlung mit seinen Rekordständen, auch wenn die Anleger vorsichtiger werden.

Ist es nur eine Verschnaufpause nach dem neuen Rekord am Montag, oder steckt hinter der jüngsten Zurückhaltung der Anleger an der Börse mehr? Fakt ist, dass sich das Handelsgeschehen an der heimischen Börse derzeit merklich beruhigt hat.

Der DAX kämpfte heute lange mit der Marke von 14.000 Punkten, sackte im späten Geschäft aber im Schlepptau einer ebenfalls fallenden Wall Street darunter. Am Ende schloss der deutsche Leitindex bei 13.932 Punkten, ein Tagesverlust von 0,6 Prozent.

Corona und kein Ende

Die Vorsicht der Anleger ist nachvollziehbar. Denn vor allem die neuen, unberechenbaren Mutationen des Coronavirus sind es, die derzeit für Unbehagen sorgen. Die Unberechenbarkeit der Krankheit bei gleichzeitig nur schleppendem Impfverlauf könnten dafür sorgen, Öffnungsszenarien nach hinten zu verschieben und damit den Zeitplan des in den Kursen bereits enthaltenen Aufschwungs nach der Krise in Frage zu stellen.

Noch aber scheint dieses zentrale Schlüsselszenario intakt zu sein, sonst wären die aktuellen hohen Bewertungsniveaus an der Börse wohl nicht haltbar. Der DAX bleibt auf Tuchfühlung mit seinem Rekordniveau von 14.169 Punkten.

Lockdown bis 7. März verlängert

Trotzdem kommt der aktuellen Zusammenkunft von Kanzlerin Angela Merkel und den 16 Ministerpräsidenten besondere Bedeutung bei. Eine Verlängerung des derzeit verschärften Lockdowns über den 14. Februar hinaus war allgemein erwartet worden und wurde am Abend bis zum 7. März bestätigt. Beschlossen wurden darüber hinaus nur punktuelle Entlastungen. Merkel betonte aber die besondere Wichtigkeit der Maßnahmen, um angesichts der Virus-Mutationen eine dritte Corona-Welle zu vermeiden. Ob das reicht, um die Börse wieder anzuschieben?

Angesichts der Verbreitung von ansteckenderen Corona-Mutanten warnten Experten bereits im Vorfeld vor Schnellschüssen. Ein zu frühes Ende des Corona-Lockdown würde der deutschen Wirtschaft nach Einschätzung von ifo-Präsident Clemens Fuest eher schaden als nutzen. "Das Problem wird nicht gelöst, wenn wir trotz hoher Infektionslage öffnen", sagte Fuest am Mittwoch in München bei einer Online-Pressekonferenz.

Sorgen bereiteten die Virus-Mutationen, die auch hierzulande angekommen seien, schrieb Marktexperte Christian Henke vom Handelshaus IG. Eine Ausbreitung der Mutanten würde die für Sommer erwartete deutliche Konjunkturerholung und eine Rückkehr zur Normalität zeitlich nach hinten schieben, mit entsprechenden Folgen für die Finanzmärkte.

Tagessieger FMC

Unter den Einzelwerten im DAX machten die beiden Fresenius-Papiere nach den jüngsten Verlusten Boden gut und legten gegen den Markt stärker zu. Tagessieger waren Fresenius Medical Care (FMC), auch Siemens waren gefragt. Zu den größten Verlierern gehörten MTU Aero und Delivery Hero.

Rekordergebnis für die Deutsche Börse

Nach Börsenschluss wurden noch Geschäftsergebnisse des Indexmitglied Deutsche Börse veröffentlicht. Die Turbulenzen an den Aktienmärkten in Folge der Corona-Krise haben dem Unternehmen im vergangenen Jahr höhere Gewinne beschert.

Unter dem Strich stand ein um zehn Prozent höherer bereinigter Überschuss von 1,25 Milliarden Euro, wie der Börsenbetreiber am Dienstagabend nach Handelsschluss mitteilte. Experten hatten allerdings mit einem etwas besseren Gewinn und einer höheren Dividende gerechnet. Die zuletzt unter Druck stehende Aktie legte nachbörslich zunächst dennoch leicht zu.

Vorstandschef Theodor Weimer zeigte sich zuversichtlich für das laufende Jahr. In diesem Jahr sollen die Nettoerlöse auf 3,5 Milliarden Euro und das Betriebsergebnis (Ebitda) auf zwei Milliarden Euro steigen.

Die Aktionäre sollen eine um zehn Cent höhere Dividende von 3,00 Euro je Aktie erhalten. Die Nettoerlöse, also die Umsätze abzüglich der volumenabhängigen Kosten, stiegen 2020 um neun Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Die Konzernkosten legten ebenfalls zu. Vor allem im ersten Halbjahr hatte das im Leitindex DAX gelistete Unternehmen von den Schwankungen an den Börsen profitiert.

US-Märkte können neue Rekorde nicht halten

Etwas anders ticken die Uhren derzeit an der New Yorker Weltleitbörse, an der die Aussicht auf das geplante 1,9 Billionen Dollar schwere Konjunkturprogramm der Regierung immer wieder die Bedenken der Bären in den Schatten stellt. Ob Inflations- oder Corona-Ängste, der zu erwartende gigantische Liquiditätsschub steht über allem.

Am Mittwoch haben aber auch die Anleger an der Wall Street einen Gang zurückgeschaltet, auch wenn es kurzzeitig wieder neue Rekordstände gegeben hat. Der Leitindex Dow Jones markierte in der Spitze bei 31.511 Punkten seine neue Bestmarke und schloss bei 31.437 Punkten, ein moderater Tagesgewinn von 0,2 Prozent.

Ein ähnliches Bild boten die anderen großen Aktienindizes. Der marktbreite S&P-500-Index stieg bis auf 3932 Punkte um dann bei 3909 Zählern nahezu unverändert zu schließen. Auch die Technologiebörse Nasdaq ging etwas schwächer aus dem Handel. Der Auswahlindex Nasdaq 100 beendete den Handel 0,2 Prozent schwächer bei 13.655 Punkten, der Composite-Index bei 13.972 Punkten, 0,25 Prozent leichter.

Der Markt habe recht schnell recht stark zugelegt, sagte Rick Meckler, Partner beim Vermögensverwalter Cherry Lane. Da seien Gewinnmitnahmen nicht ungewöhnlich. Die Grundstimmung bleibe aber gut, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. Die Zuversicht über eine Verabschiedung der geplanten zusätzlichen billionenschweren Corona-Hilfen und überraschend starke Firmenbilanzen schürten Konjunktur-Optimismus.

Powell-Auftritt im Fokus

US-Notenbankchef Jerome Powell hat angesichts der Jobmisere eine nationale Anstrengung zur Überwindung der Krise gefordert. Für eine Rückkehr zur Vollbeschäftigung sei mehr als eine "stützende Geldpolitik" gefragt, sagte er am Mittwoch bei einem Online-Auftritt beim Economic Club of New York. "Es braucht ein gesamtgesellschaftliches Engagement, wobei die Regierung und der Privatsektor dazu beitragen."

"Alle rechnen mit einer anziehenden Inflation aber niemand weiß, wie schnell die Fed darauf reagieren wird", sagte Anlagestratege Arian Vojdani vom Vermögensberater MV Financial. Die Notenbank hatte mehrfach betont, sie werde eine Teuerungsrate über ihrem Zielwert von rund zwei Prozent für einige Zeit tolerieren, um den Aufschwung nicht zu gefährden.

Euro weiter auf Erholungskurs

Am Devisenmarkt kann sich der Euro nach seinem vorübergehenden Rutsch unter die 1,20-Dollar-Marke weiter erholen. Zuletzt kostete der Euro bei ruhigem Handel 1,2117 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2127 (Dienstag: 1,2104) US-Dollar fest. Der Goldpreis notiert bei 1842 Dollar je Feinunze.

US-Inflation bleibt niedrig

Inflationsdaten aus den USA beeindrucken den Markt kaum. Dort hat sich die Teuerung zu Jahresbeginn nicht verändert. Die zum Vorjahresmonat gemessene Inflationsrate habe wie im Dezember 1,4 Prozent betragen, teilte das Arbeitsministerium am Mittwoch in Washington mit. Analysten hatten im Schnitt einen Anstieg der Rate auf 1,5 Prozent erwartet.

Das Inflationsziel der US-Notenbank Fed von rund zwei Prozent wird damit nach wie vor unterschritten. Allerdings sind die Inflationserwartungen an den Märkten wegen des Konjunkturprogramms der Regierung zuletzt gestiegen. Die Befürchtung lautet, der Konjunkturstimulus sei zu groß und bringe deutlich steigende Inflationsraten mit sich. Die US-Notenbank sieht derartige Gefahren bisher nicht.

"Der Preisdruck in den USA ist ungeachtet der expansiven Geld- und Fiskalpolitik gering. Vor diesem Hintergrund dürften sich die Währungshüter nicht unter Druck sehen, ihren geldpolitischen Expansionskurs zu ändern" kommentierte Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Ölpreise ziehen nach US-Daten an

In den USA sind die Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche überraschend deutlich gefallen. Die Vorräte sanken um 6,6 Millionen Barrel auf 469,0 Millionen Barrel, wie das US-Energieministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang um 0,8 Millionen Barrel gerechnet.

Die Daten heizten die jüngste Ölpreisrally weiter an. Seit Anfang November sind sie um rund 60 Prozent gestiegen. Auch am Mittwoch erhielten sie nach vorübergehenden Verlusten wieder Auftrieb. Die Preise werden laut Commerzbank durch den Konjunkturoptimismus und die Nachfrage aus China gestützt. Hinzu kämen die Produktionskürzungen des Ölkartells Opec+.

Gewinnmitnahmen beim Bitcoin

Am Mittwoch stabilisiert sich der Bitcoin bei rund 44.500 Dollar. Damit haben einige Investoren nach der Rekordjagd der vergangenen Tage erste Gewinne mitgenommen. Am Dienstag stieg die Kryptowährung um bis zu acht Prozent auf ein Rekordhoch von 48.214,99 Dollar. Damit rückt die psychologisch wichtige Marke von 50.000 Dollar in Reichweite. Den Startschuss für die aktuelle Rally gab die Bekanntmachung von Tesla, 1,5 Milliarden in die Bitcoin investiert zu haben

Bei Delivery Hero klingelt die Kasse

Der Bestellboom in der Pandemie lässt die Kassen beim Lieferdienst Delivery Hero weiter kräftig klingeln. Nach einem starken vierten Quartal hat sich der Segmentumsatz im Gesamtjahr mit 2,8 Milliarden Euro nahezu verdoppelt. Der Wert liegt am oberen Ende der Unternehmensprognose. Die Zahl der Bestellungen kletterte auf 1,3 Milliarden, wobei das Wachstum des Bruttowarenwertes etwas schwächer ausfiel. Konzernchef Niklas Östberg ist auch für das Jahr 2021 zuversichtlich.

Thyssenkrupp überrascht positiv

Der kriselnde Industriekonzern Thyssenkrupp hat im ersten Quartal seines Geschäftsjahres 2020/21 operativ schwarze Zahlen geschrieben und seine Prognose angehoben. Auch dank besserer Ergebnisse der zum Verkauf gestellten Stahlsparte hat der Konzern im fortgeführten Geschäft ein um Sondereffekte bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 78 Millionen Euro eingefahren. Im Vorjahreszeitraum hatte ein Verlust von 185 Millionen Euro in den Büchern gestanden. Thyssenkrupp profitierte von einer angezogenen Nachfrage der Automobilindustrie.

Metro bekommt Corona-Krise zu spüren

Der Lebensmittel-Großhändler Metro wird durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf wichtige Kundengruppen belastet. Die behördlich verordnete vorübergehende Schließung von Restaurants und die Flaute in Hotels in vielen europäischen Ländern sorgten im ersten Quartal 2020/21 dafür, dass der Umsatz um 16 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro einbrach.

Der bereinigte operative Ertrag (Ebitda) gab um knapp 29 Prozent auf 376 Millionen Euro nach, unter dem Strich blieb von Oktober bis Dezember mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft ein Gewinn nach Minderheiten von 99 (Vorjahr: 121) Millionen Euro. Seine Jahresprognose bekräftigte der Konzern.

Qiagen testet sich Gewinne

Beim Biotechunternehmen Qiagen brummt das Geschäft mit Produkten für Covid-19-Tests. Nach einem kräftigen Umsatz- und Gewinnanstieg im vergangenen Geschäftsjahr stellte Qiagen auch für 2021 deutliche Zuwächse in Aussicht. Für dieses Jahr werde mit einem Umsatzwachstum zu konstanten Wechselkursen um 18 bis 20 Prozent gerechnet, teilte Qiagen mit. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll sich auf bis zu 2,46 Dollar erhöhen. Die im Nebenwerteindex MDAX notierten Aktien legten am Mittwoch zeitweilig um bis zu 1,2 Prozent auf 45,11 Euro zu. Bereits am Vortag hatten Übernahmespekulationen der Aktie Auftrieb gegeben.

Hochtief leidet unter Tochter

Aktien des Baukonzerns verlieren am Morgen rund fünf Prozent. Die australische Hochtief-Tochter Cimic hat die Investoren mit der Gewinnprognose geschockt. Der Konzern rechnet zwar damit, dass der Überschuss mit 400 bis 430 Millionen australischen Dollar im laufenden Jahr leicht über dem vergleichbarem Niveau des Vorjahres liegen wird. Experten hatte allerdings bisher einen deutlich höheren Wert erwartet. Die Cimic-Aktie sackte um bis zu 19 Prozent ab.

Rekordergebnis bei DIC Asset

Der Gewerbeimmobilienkonzern DIC Asset hat mitten in der Pandemie einen Rekordgewinn eingefahren und will die Anleger mit einer höheren Dividende am Erfolg beteiligen. Das operative Ergebnis (FFO) lag mit 96,5 Millionen Euro nicht nur über dem Vorjahreswert (95,0 Millionen), sondern auch über der im April gesenkten Prognose von 94 bis 96 Millionen Euro. Wie das in Frankfurt ansässige Unternehmen am Mittwoch mitteilte, werden im laufenden Jahr 106 bis 110 Millionen Euro angepeilt. Trotz der Corona-Pandemie erzielte DIC Asset mit einem Transaktionsvolumen von rund 2,5 Milliarden Euro 2020 einen Rekordwert.

Übergangsführung bei Unicredit

Der für das operative Geschäft verantwortliche Ranieri de Marchis wird die italienische Großbank bis zum Antritt des neuen Vorstandschefs Mitte April führen. De Marchis sei zum General Manager ernannt worden, teilte der HVB-Mutterkonzern mit. Zuvor habe sich Unicredit mit Konzern-Chef Jean Pierre Mustier darauf geeinigt, dass dieser am Donnerstag von seinem Posten zurücktritt. Mitte April wird dann der italienische Investmentbanker Andrea Orcel seinen Job als Vorstandschef bei dem Bankhaus antreten.

2020 fiel bei der unicredit inklusive aller Kosten für den Konzernumbau und Abschreibungen allerdings ein Verlust von knapp 2,8 Milliarden Euro an nach einem Gewinn von 3,4 Milliarden Euro im Vorjahr, wie die Bank zudem am Mittwochabend in Mailand mitteilte. Das Minus fiel höher aus als Experten erwartet hatten. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn brach um 73 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro ein. Im laufenden Jahr soll dieser Wert unter anderem dank des verschärften Sparkurse auf mindestens drei Milliarden Euro steigen.

Vestas fehlen die Gewinne

Der dänische Windkraftanlagenbauer Vestas kann aus seinem gut laufenden Geschäft in der Corona-Krise nicht mehr Gewinne ziehen. Ohne Sondereffekte ging das operative Ergebnis im abgelaufenen Jahr sogar um ein Viertel auf 750 Millionen Euro nach unten, wie das Unternehmen am Mittwoch in Aarhus mitteilte. Damit verfehlte das Unternehmen die Erwartungen von Analysten deutlich. Auch die Gewinnpläne für 2021 fielen schwächer aus als am Markt erwartet. Für die Vestas-Aktie, die im vergangenen Jahr kräftig zugelegt hatte, ging es am Morgen zeitweise um mehr als fünf Prozent abwärts.

ABN und SocGen mit Verlusten

Die niederländische Bank ABN Amro ist im vergangenen Jahr in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich stand ein Verlust von 45 Millionen Euro. Hauptgrund für den Ergebniseinbruch waren Belastungen durch eine höhere Risikovorsorge für faule Kredite. Außerdem gingen wegen der dauerniedrigen Zinsen die Erträge zurück. Auch die französische Großbank Société Générale hat nach einem Rückgang der Einnahmen im Handelsgeschäft und einer höheren Risikovorsorge für faule Kredite im abgelaufenen Quartal weniger verdient. Unter dem Strich sank der Gewinn um 28 Prozent auf 470 Millionen Euro. Die Erträge fielen um sechs Prozent auf 5,84 Milliarden Euro.

Uber mit Licht und Schatten

Uber hat einen deutlichen Einbruch beim Fahrdienst-Umsatz erlitten, der zum Teil jedoch vom starken Geschäft bei Essenslieferungen abgefangen wurde. Der US-Konzern gab am Mittwoch nach US-Börsenschluss einen Verlust (adjusted EBITDA) von 454 Millionen Dollar bekannt, während Experten nach Refinitiv-Daten mit einem Minus von 514 Millionen Dollar gerechnet hatten. Der Gesamtumsatz lag allerdings bei 3,17 Milliarden Dollar und damit deutlich unter den Analysten-Schätzungen von 3,58 Milliarden Dollar. Uber-Aktien notierten im nachbörslichen Handel zunächst vier Prozent im Minus.

Coca-Cola trotz Corona-Belastungen im Ausblick zuversichtlich

Der weltgrößte Getränkehersteller Coca-Cola hat angesichts anhaltender Belastungen durch die Corona-Krise auch zum Jahresende deutliche Abschnitte machen müssen. Im vierten Quartal sank der Gewinn im Jahresvergleich um 29 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro), wie der Pepsi-Rivale am Mittwoch in Atlanta mitteilte. Der konzernweite Umsatz fiel um fünf Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar. Coca-Cola betonte aber, nach dem Einbruch der Geschäfte zu Beginn der Pandemie weiter auf Erholungskurs zu sein. Die im Leitindex Dow Jones enthaltene Aktie legt im frühen Geschäft zu.

GM klagt über Chip-Mangel

Die hohe Nachfrage nach SUVs und Pick-up-Trucks hat dem größten US-Autobauer General Motors (GM) trotz Corona-Krise einen starken Jahresabschluss beschert. Im vierten Quartal legten die konzernweiten Erlöse im Jahresvergleich um über 21 Prozent auf 37,5 Milliarden Dollar (30,9 Mrd Euro) zu, unterm Strich verdiente GM in den drei Monaten bis Ende Dezember 2,8 Milliarden Dollar.

Anleger nahmen den Geschäftsbericht dennoch verhalten auf, denn GM warnte, dass Engpässe bei Computerchips den Betriebsgewinn 2021 um bis zu zwei Milliarden Dollar drücken könnten. Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 musste GM - zeitweise deutlich geschwächt durch die Corona-Krise - einen Gewinnrückgang um 4,5 Prozent auf 6,4 Milliarden Dollar verkraften. Der Umsatz fiel von 137,2 Milliarden auf 122,5 Milliarden Dollar.

Twitter wächst schwächer als gedacht

Aktien des Kurznachrichtendienstes haussieren an der New Yorker Börse. Bereits am Abend hatte Twitter seine Bilanz vorgelegt. Der Konzern warnt vor einem schwächerem Nutzerwachstum nach dem Corona-bedingten Boom. Im vierten Quartal, in dem auch die US-Präsidentschaftswahlen erfolgten, stieg die Zahl der monatlich aktiven Nutzer um 26 Prozent auf 192 Millionen und damit weniger stark als von Analysten erwartet. Florierende Werbeeinnahmen, auch dank neuer Anzeigenformate, sorgten für ein Umsatzplus von 28 Prozent auf zuvor nie erreichte 1,29 Milliarden Dollar. Der Gewinn legte um gut drei Prozent auf 222 Millionen Dollar zu.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 10. Februar 2021 um 12:15 Uhr.

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