DAX leicht im Minus DAX und Dow verlieren den Schwung

Stand: 09.02.2021 23:10 Uhr

An der Wall Street hat es heute noch knapp für neue Höchststände gereicht, beim DAX war das nicht mehr drin. Die Märkte bewegten sich nach der jüngsten Rekordjagd heute mit gebremstem Schaum.

An der New Yorker Weltleitbörse steht für die Statistik zwar ein neuer Rekordtag in den Büchern, der Aufschwung hat dabei aber deutlich an Schwung verloren. Nur noch um ein paar Punkte haben die führenden US-Indizes auf ihre jüngsten Bestmarken draufgesattelt, am Ende war das Bild dann uneinheitlich.

Der Leitindex Dow Jones, der zwischenzeitlich bis auf ein neues Rekordhoch bei 31.439 Punkte angezogen hatte, ging bei 31.375 Punkten aus dem Handel, ein Mini-Tagesverlust von 0,03 Prozent. Ganz ähnlich stellte sich das bei den anderen großen Aktienindizes der New Yorker Börse da. Sie bewegten sich letztlich wenig, der marktbreite S&P-500-Index schloss bei 3911 Punkten um 0,11 Prozent tiefer - markierte bei 3918 Punkten aber trotzdem ein neues Rekordhoch, wenn auch nur drei Punkte über dem Alten.

Nasdaq über 14.000 Punkte

Bemerkenswert war trotzdem, dass der Nasdaq Composite-Index erstmals in seiner Geschichte die Marke von 14.000 Punkten überwand und bei 14.007 Punkten und damit 0,14 Prozent höher aus dem Handel ging. Die neue Bestmarke lag bei 14.044 Punkten. Der Auswahlindex Nasdaq 100 stagnierte bei 13.687 Zählern, markierte aber im Verlauf bei 13.741 Punkten ebenfalls eine neue Rekordmarke.

Inflationsängste kommen auf

Thema Nummer eins an den US-Märkten ist derzeit das erwartete, 1,9 Billionen Dollar schwere Konjunkturprogramm der neuen Regierung. Zwar ein gewaltiger Liquiditätsschub, der an der Börse für viel Fantasie sorgt, aber eben auch auf Pump finanziert.

Laut Lehrbuch eine gefährliche Gemengelage, denn Inflationsrisiken steigen in einem solchen Fall üblicherweise. Genau das hat die Anleger heute beschäftigt. Börsianern zufolge sind sie nämlich unsicher, ob die Zusagen der US-Notenbank Fed und der Biden-Regierung, die Wirtschaft heiß laufen zu lassen, eine destabilisierende Inflation auslösen könnten.

Twitter mit Umsatzrekord

Gut aufgenommen werden in New York nachbörslich die Zahlen von Twitter. Die Aktie, die im regulären Handel knapp drei Prozent zulegte auf 59,87 Dollar, steigt nachbörslich noch einmal in der gleichen Größenordnung auf über 61 Dollar.

Zwar warnte das Unternehmen vor einem schwächerem Nutzerwachstum nach dem Corona-bedingten Boom und lag mit 192 Millionen neuen Nutzern im vierten Quartal auch leicht unter den Analystenerwartungen, profitierte aber gleichzeitig wie noch nie von sprudelnden Werbeeinnahmen. Diese sorgten für ein Umsatzplus von 28 Prozent auf zuvor nie erreichte 1,29 Milliarden Dollar. Der Gewinn legte um gut drei Prozent auf 222 Millionen Dollar zu.

Twitter stand in den vergangenen vier Jahren vor allem durch den inzwischen abgewählten Präsidenten und Dauer-Twitterer Donald Trump immer wieder in den Schlagzeilen - zuletzt nach dessen lebenslanger Sperre wegen Falschinformationen. Dies wirkte sich aber nicht negativ aus.

Gewinnmitnahmen bei Cisco

Der Netzwerkausrüster profitiert vom Trend zum Homeoffice im Zuge der Coronavirus-Pandemie. Zwar fiel der Umsatz im zweiten Quartal leicht auf 11,96 Milliarden Dollar, wie der US-Konzern nach dem Handelsschluss an der Wall Street bekannt gab. Er lag allerdings damit nach Refinitiv-Daten aber über den durchschnittlichen Experten-Erwartungen von 11,92 Milliarden.

Für das laufende dritte Quartal geht Cisco von einem Umsatz in der Spanne zwischen 12,4 Milliarden bis 12,64 Milliarden Dollar aus. Hier erwarten Analysten 12,35 Milliarden Dollar. Cisco-Aktien, die zuletzt gut gelaufen waren, verloren nachbörslich deutlicher rund vier Prozent.

DAX konsolidiert

Fakt ist, mit öffentlichen Geldspritzen in Billionenhöhe können die europäischen Märkte, inklusive unseres Marktes, nicht mithalten. Zudem fehlt die enorme Kraft der US-Technologieriesen, die man auf dem heimischen Kurszettel in dieser Form vermisst. Zwar bleibt auch der DAX auf hohem Niveau, das Tempo der Wall Street, so sie denn ins Laufen kommt, kann er aber nicht mitgehen.

Nach der Rekordjagd des Vortages bis auf 14.169 Punkte hat der der deutsche Leitindex heute denn auch konsolidiert, dabei aber die Marke von 14.000 Punkten knapp gehalten. Am Ende des Tages schloss der DAX bei 14.011 Punkten, ein Tagesverlust von 0,3 Prozent.

Die meisten der 30 Index-Werte schlossen im Minus, lediglich Delivery Hero als Tagessieger sowie Adidas legten gegen den Trend stärker zu. Tagesverlierer waren wie gestern schon RWE. Covestro und Infineon, die zuvor gut gelaufen waren, litten unter Gewinnmitnahmen.

Corona-Gipfel im Fokus

Mit gemischten Gefühlen blicken die Anleger zudem auf das Spitzentreffen der Bundeskanzlerin mit den 16 Ministerpräsidenten am Mittwoch. Denn mit schnellen Lockerungen über den 14. Februar hinaus rechnet wohl kaum jemand, allenfalls punktuell könnte es Entlastungen geben. Die Wirtschaft fordert derweil vor den Beratungen von Bund und Ländern über eine Verlängerung des Lockdowns eine klare Perspektive.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich gegen Lockerungen der Corona-Auflagen vor dem 1. März ausgesprochen. "Wir würden nichts gewinnen, wenn wir jetzt vorzeitig aus dem Lockdown rausgehen", sagte Merkel laut Teilnehmern in der Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion am Dienstag in Berlin.

Sorgen machen vor allem die Mutationen des Coronavirus. Sie könnten das Erholungsszenario des Marktes in Frage stellen, sollte es zu einer dritten Welle kommen, ohne das zuvor genügend Impfungen durchgeführt werden konnten. Eine reale Gefahr, denn der Impfstoff bleibt im ersten Quartal knapp.

Der Ökonom Marcel Fratzscher warnt davor, die Risiken der zweiten Corona-Welle für die Konjunktur zu unterschätzen. Auch hält er durchaus für möglich, dass die europäische und deutsche Wirtschaft in diesem Jahr schrumpfe, wenn eine dritte Welle kommen sollte und die Impfstoffe nicht schnell genug ausgerollt würden.

Mario Draghis Schatten wird länger

Positiv wird an den Märkten hingegen das sich abzeichnenden Comeback des ehemaligen EZB-Chefs "Super Mario" Draghi als italienischer Regierungschef bewertet. Darauf weist Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners hin. "Noch ist nicht sicher, ob er eine Mehrheit hinter sich versammeln kann. Sicher ist nur, dass eine von Draghi geführte Regierung sehr pro-europäisch wäre."

Daher griffen weitere Anleger zu italienischen Anleihen. Dies drückte den Risikoaufschlag der zehnjährigen Titel zu vergleichbaren Bundespapieren auf den niedrigsten Stand seit rund fünfeinhalb Jahren.

Euro auf Erholungskurs

Am Devisenmarkt strebt auch der Euro weiter nach oben. Die Gemeinschaftswährung gewann im späten Handel rund 0,6 Prozent auf 1,2119 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2104 (Montag: 1,2025) Dollar fest. Damit scheint die jüngste kurzfristige Korrektur der längerfristigen Aufwärtsbewegung des Euro schon wieder vorbei zu sein. Für die exportorientierte deutsche Wirtschaft sind das natürlich keine guten Nachrichten. Da keine marktbewegenden Konjunkturdaten auf der Agenda standen, verlief der Handel in ruhigen Bahnen.

Die deutschen Exporte sind im vergangenen Jahr derweil laut dem Statistischen Bundesamt um mehr als neun Prozent eingebrochen. Es war der erste Rückgang seit 2013 und das kräftigste Minus seit der Finanzkrise im Jahr 2009. Am Markt waren die Daten keine Überraschung.

Neuer Rekord beim Bitcoin

Die Rally beim Bitcoin geht weiter. Die Kryptowährung kostet am späten knapp Abend 47.000 Dollar und lag in der Spitze schon höher bei über 48.000 Dollar. Gestern hatte der Elektroautobauer Tesla mitgeteilt, für 1,5 Milliarden Dollar Bitcoins gekauft zu haben und künftig auch die Währung bei Käufen von Autos und anderen Produkten zu akzeptieren.

Audi gut im Geschäft - Automarkt in China läuft

Die VW-Tochter Audi ist gut in das neue Jahr gestartet. Nach dem absatzstarken Schlussquartal 2020 seien die Verkäufe im Januar um 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen, sagte Vertriebsvorstand Hildegard Wortmann am Dienstag in Ingolstadt. In China habe der Absatz um mehr als 35 Prozent zugelegt. Auch in den USA gebe es ein gutes Plus. In Europa dagegen belaste der Corona-Lockdown den Handel - "da wird das erste Halbjahr noch schwierig bleiben". Insgesamt sei sie verhalten optimistisch, dass 2021 bei den Absatzzahlen ein gutes Jahr werde, so Wortmann.

Gute Nachrichten gab von der chinesischen Autokonjunktur. Die Branche konnte im Januar nach Angaben des chinesischen Branchenverbands CAAM 2,05 Millionen Einheiten verkaufen. Das entspricht einem Zuwachs von fast 30 Prozent. VW Vorzüge verloren mit dem Markt.

Qiagen mit überzeugenden Zahlen - Übernahmefantasie

Die hohe Nachfrage nach seinen Corona-Tests und entsprechenden Analysegeräten hat dem Diagnostik- und Biotechunternehmen Qiagen im vergangenen Jahr einen Umsatz- und Gewinnsprung beschert. Wegen eines starken Schlussquartals übertraf die Firma ihre bereits mehrfach angehobenen Ziele noch etwas.

Die Erlöse kletterten binnen 12 Monaten um 23 Prozent auf 1,87 Milliarden Dollar, wie das im MDAX und an der Nyse notierte Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss in Venlo mitteilte. Das um Sonder- und Währungseffekte bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) stieg um 52 Prozent auf 2,17 Dollar . Unter dem Strich verdiente Qiagen 359,2 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor hatte noch ein Verlust von knapp 42 Millionen Dollar in den Büchern gestanden. Im neuen Jahr will Qiagen weiter zulegen.

Gleichzeitig kam für Qiagen zuletzt Übernahmefantasie auf. Der US-Diagnostik-Spezialist Quidel prüft laut der Nachrichtenagentur Bloomberg einen milliardenschweren Zusammenschluss mit Qiagen. Die Amerikaner hätten erste Annäherungsversuche unternommen, um das Interesse Qiagens auszuloten, hieß es in den Bericht. Die Verhandlungen befänden sich allerdings noch in einem frühen Stadium. Ob es am Ende eine Vereinbarung geben werde, sei deshalb ungewiss. Die Aktie legt nachbörslich in New York deutlich zu, nachdem sie im regulären Handel schwächer tendierte.

Teamviewer nimmt sich viel vor

Das Softwareunternehmen Teamviewer will seine abgerechneten Umsätze (Billings) im Jahr 2023 über die Marke von einer Milliarde Euro steigern. Um dies zu erreichen, will das im MDAX notierte Unternehmen das Angebot auf weitere Industriezweige ausdehnen, die Anwendungsmöglichkeiten erweitern und das Großkundensegment stärken. Im vergangenen Jahr waren die Billings währungsbereinigt um 44 Prozent auf rund 460 Millionen Euro gewachsen. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) kletterte ebenfalls um 44 Prozent auf 261,4 Millionen Euro.

Lanxess-Anleger enttäuscht

Im MDAX verlieren die Aktien des Chemiekonzerns Lanxess überdurchschnittlich. Mit dem Verkauf der Chemiesparte der schweizerischen Lonza an die beiden Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven sei Lanxess als Bieter bei diesem lukrativen Deal leer ausgegangen, kommentierte Analyst Sebastian Satz von der Barclays Bank. Die Übernahme des Segments wäre für Lanxess trotz einer vermutlich notwendigen Kapitalmaßnahme zu ihrer Finanzierung hochgradig wertsteigernd gewesen, so Satz. Allerdings wäre der Kaufpreis von 4,2 Milliarden Franken für Lanxess "einfach zu hoch" gewesen.

Milliardenverlust bei TUI

Der weltgrößte Reisekonzern TUI hat im ersten Geschäftsquartal 2020/21 einen Verlust von rund 803 Millionen Euro erlitten. Wegen des Einbruchs im Reisegeschäft brach der Umsatz nun um fast 88 Prozent auf 468 Millionen Euro ein.

Klöckner & Co. mit viel Zuversicht im Quartal

Eine Erholung der Stahlnachfrage sowie ein wieder anziehendes Preisniveau in Europa und den USA lassen den Stahlhändler Klöckner & Co hoffnungsvoll auf 2021 blicken. Für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres rechne das Management mit einem um Sondereffekte bereinigten operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (ber. Ebitda) von 110 bis 130 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Dienstag in Duisburg mit.

Bislang hatte der Vorstand nur ein "deutlich verbessertes operatives Ergebnis vor wesentlichen Sonderefffekten" erwartet. Händler und Analysten lobten die "überraschend starke Prognose". Die Aktie gehörte zu den größten Gewinnern im SDAX.

Pierer stockt bei Leoni auf

Der oberösterreichische Motorrad-Hersteller Pierer Mobility AG hat seine Beteiligung an dem angeschlagenen Nürnberger Autozulieferer Leoni von fünf auf zehn Prozent aufgestockt. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Pflichtmitteilung hervor. Pierer Mobility ist vor allem für die Marke KTM bekannt und gehört mehrheitlich dem Unternehmer Stefan Pierer. Das Leoni-Paket ist an der Börse rund 40 Millionen Euro wert. Stefan Pierer hält über seinen Rennsport-Zulieferer Pankl auch die Mehrheit an SHW.

Ceconomy fordert eine Perspektive

Die Elektronikhandelsholding Ceconomy hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 bei einem deutlich gestiegenen Umsatz unter dem Strich weniger verdient. Das Online-Geschäft florierte im Zeitraum von Oktober bis Dezember, die zur Eindämmung der Corona-Pandemie vorübergehend geschlossenen Filialen belasteten die Ketten Media Markt und Saturn dagegen. "Wir wünschen uns einen klaren Fahrplan, wann und unter welchen Bedingungen wir die Märkte wieder öffnen können", sagte Ceconomy-Chef Bernhard Düttmann.

Home24 wächst kräftig

Der Online-Möbelhändler Home24 hat im vergangenen Jahr seinen Umsatz um 42 Prozent auf 492 Millionen Euro in die Höhe geschraubt. Das bereinigte operative Ergebnis erreichte 17 Millionen Euro nach einem Minus von 28,2 Millionen im Vorjahr. Eine Jahresprognose will der Vorstand Ende März veröffentlichen.

Grenke-Aufsichtsrat mit offenem Brief

Grenkes Chefkontrolleur Ernst-Moritz Lipp hat sich einen Tag nach neuen Turbulenzen um den SDAX-Konzern an die gebeutelten Investoren gewandt. In einem offenen Brief schreibt er, Vorstandsmitglied Mark Kindermann sei wegen Kritik der Regulierungsbehörde Bafin abgetreten. Auf der Handelsplattform Tradegate legte der Grenke-Kurs am Dienstag daraufhin kräftig zu.

Den Kurssturz von Montag machte das Papier aber längst nicht wett. Grenke hatte in einer Pflichtmitteilung über den Abgang Kindermanns berichtet, die Gründe aber nur vage benannt. Lipp sagte den Investoren nun, das Unternehmen habe den "Ruf nach mehr Transparenz hinsichtlich der Amtsniederlegung unseres Vorstandsmitglieds Mark Kindermann laut und deutlich vernommen".

Steht Rocket Internet vor einem Börsen-Comeback?

Nur wenige Monate nach dem Rückzug von der Frankfurter Börse zieht es die Startup-Schmiede Rocket Internet Insidern zufolge wieder auf das Parkett. Firmengründer Oliver Samwer plane einen Börsengang in New York mit Hilfe einer Mantelgesellschaft (SPAC), sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Die Neuemission könne 200 bis 300 Millionen Dollar umfassen. Rocket war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Rocket Internet hatte sich Ende Oktober überraschend nach sechs Jahren von der Börse zurückgezogen. Die hohen Erwartungen, die 2014 mit dem größten Börsengang einer Internetfirma in Europa seit 2000 verknüpft waren, konnte Rocket nie erfüllen. Für Ärger sorgte, dass Rocket den Aktionären beim Börsenrückzug lediglich 18,57 Euro je Aktie anbot. Der Ausgabepreis hatte bei 42,50 Euro gelegen.

Krisentreffen der Autoindustrie in Frankreich wegen Chipmangel

Der Chip-Mangel setzt der Autobranche immer stärker zu. Die japanischen Autobauer Honda und Nissan mussten wegen fehlender Halbleiter ihre Produktion weiter drosseln und werden zusammen in diesem Jahr wohl 250.000 Fahrzeuge weniger verkaufen. Autohersteller auf der ganzen Welt sind von dem Mangel an Chips betroffen, die in Motormanagement- und Fahrerassistenzsystemen verwendet werden.

Um die Folgen des Engpasses zu erörtern, wollen am Mittwoch Vertreter des Auto- und Elektroniksektors sowie des französischen Staates zu einem Krisentreffen zusammenkommen, wie ein Sprecher der französischen Auto-Lobby PFA gegenüber Reuters ankündigte.

Total mit tiefroten Zahlen

Der französische Energiekonzern Total hat im vergangenen Jahr wegen eines beispiellosen Nachfrage- und Preiseinbruchs bei Öl und Gas Milliarden auf Bilanzposten abschreiben müssen. Das führte zu einem Nettoverlust von 7,2 Milliarden Dollar. Im Vorjahr hatte Total noch einen Nettogewinn von rund 11,3 Milliarden Dollar ausgewiesen.

Ölpreise auf dem Weg nach oben

Die zunehmend günstigen Aussichten für die Wirtschaft treiben auch die Ölpreise auch am Dienstag weiter nach oben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 60,70 US-Dollar. Das waren 15 Cent mehr als am Vortag. Zuvor war der Preis noch bis auf 61,27 Dollar gestiegen. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stiegt um knapp 0,4 Prozent.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Februar 2021 um 23:00 Uhr.

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