Schweinehälften in Schlachthof | Bildquelle: dpa

Hohe Nachfrage in China Deutsche Fleischbranche mit Rekordumsatz

Stand: 01.07.2020 15:03 Uhr

In der Corona-Krise sorgt die deutsche Fleischbranche für reichlich Negativschlagzeilen. Vor und zu Beginn der Krise hat sie Rekordumsätze gemacht. Das liegt vor allem an China. Profitiert hat vor allem Tönnies.

Die Corona-Ausbrüche dürften der deutschen Fleischindustrie mittel- und langfristig Probleme bereiten - zumindest die Kritik an Arbeits- und Produktionsbedingungen ist massiv. Zunächst aber kann sich die Branche über Rekordumsätze freuen: In den ersten vier Monaten dieses Jahres stiegen die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14,8 Prozent auf 14,2 Milliarden Euro. Das teilte das Statistische Bundesamt mit.

Den Angaben zufolge war der März - ein Monat, der schon stark von der Corona-Krise beeinflusst war - mit 3,9 Milliarden Euro der umsatzstärkste Monat seit Beginn der Erhebungen. Selbst ein leichter Einbruch im April brachte noch ein höheres Ergebnis als ein Jahr zuvor.

Tönnies profitiert

Grund für den Umsatzrekord ist unter anderem die hohe Nachfrage aus China, wo die afrikanische Schweinegrippe die Tierbestände dezimiert hat. In den ersten vier Monaten hat sich die Menge des nach China exportieren Schweinefleischs mehr als verdoppelt, der Wert verdreifachte sich sogar auf 424 Millionen Euro. Besonders Fleischfabrikant Tönnies - wo es unlängst den bislang heftigsten Corona-Ausbruch gegeben hatte - hat von diesem Geschäft mit China profitiert.

Satter Preisanstieg

Für die deutschen Verbraucher bedeutete die zusätzliche Nachfrage vor allem deutlich gestiegene Preise: Im Mai 2020 lagen sie für Schweinefleisch 11,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Fleisch- und Wurstwaren waren 11,8 Prozent teurer und sind damit deutlich stärker gestiegen als die allgemeinen Verbraucherpreise für Nahrungsmittel mit 4,5 Prozent.

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