Der Münchner Flughafen | Bildquelle: dpa

Airports in tiefroten Zahlen Milliardenhilfe für die Flughäfen?

Stand: 03.11.2020 17:33 Uhr

Die Folgen der Corona-Pandemie treffen die gesamte Luftverkehrsbranche - auch die Flughäfen. Verkehrsminister Scheuer will finanziell helfen - und nennt jetzt erstmals Zahlen.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat in der Diskussion über ein Rettungspaket für Flughäfen erstmals eine konkrete Summe genannt. Der Bund soll nach Angaben des CSU-Politikers etwa eine Milliarde Euro investieren, um die bestehenden Stukturen zu erhalten. Scheuer erklärte wenige Tage vor dem geplanten Luftverkehrsgipfel, das in der Pandemie massiv gesunkene Passagieraufkommen beschere den Flughäfen dramatische Zahlen.

Luftverkehrsgipfel am Freitag

Scheuer gab an, er führe zur Zeit Gespräche mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz über Nothilfen. Bis zum Gipfel am Freitag solle eine Lösung gefunden werden. Bei der Konferenz sind neben Scheuer und Scholz auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Gesundheitsminister Jens Spahn dabei. Außerdem haben EU-Verkehrskommissarin Adina Valean, Länderverkehrsminister sowie Spitzenvertreter der Branche ihre Teilnahme angekündigt.

Scheuer machte noch einmal deutlich, dass die Luftverkehrswirtschaft von der Corona-Krise besonders hart getroffen sei - und zwar nicht nur Airlines und Flugzeugbauer, sondern eben auch Flughäfen. Für die Lufthansa hatte die Bundesregierung bereits ein milliardenschweres Rettungspaket geschnürt.

Regionalflughäfen sollen erhalten bleiben

Laut Scheuer schreiben sämtliche Airports zur Zeit tiefrote Zahlen, weil sie bei einem Passagieraufkommen von derzeit maximal 15 Prozent nicht wirtschaftlich betrieben werden können. Nicht nur kleine Regionalflughäfen steckten in der Krise, sondern auch größere. Bezüglich der geplanten Hilfen wolle er auch mit den Bundesländern reden. Hintergrund ist, dass an vielen Flughäfen Länder und Kommunen beteiligt sind. Die Schließung von Regionalflughäfen zieht Scheuer nicht in Erwägung. Es dürfe nicht passieren, dass am Ende nur noch ein paar Flughäfen in Deutschland übrig blieben.

Verband: Zehntausende Arbeitsplätze in Gefahr

Auch der Flughafenverband ADV spricht von einem "Überlebenskampf" der Airports. Für die Flughäfen sei es fünf Minuten vor Zwölf, hatte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel kürzlich gewarnt. De facto befänden sie sich seit Beginn der Krise im Lockdown. Jetzt spitze sich die Lage wegen der neuen Corona-Auflagen abermals zu. Es müsse schnell gehandelt werden, denn fast alle Standorte seien nur noch bis in das zweite Halbjahr 2021 hinein zahlungsfähig.

Als ersten wichtigen Schritt brachte der Verband die Übernahme der sogenannten Vorhaltekosten für die Lockdown-Zeit ins Gespräch. Diese betrügen 740 Millionen Euro. An den Flughafenstandorten drohe ein Viertel der mehr als 180.000 Arbeitsplätze verloren zu gehen, warnte der ADV.

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