Plastikmüll treibt im Mittelmeer vor Marseille (Mai 2019) | Bildquelle: AFP

Meeresverschmutzung G20 gegen Plastikmüll

Stand: 16.06.2019 17:47 Uhr

Die G20-Staaten haben Plastikmüll in Gewässern den Kampf angesagt. Die Industrie- und Schwellenländer vereinbarten Maßnahmen - die allerdings freiwillig sind. Japan will eine Führungsrolle einnehmen.

Über eine "wunderbare" Regelung freute sich der japanische Umweltminister Yoshiaki Harada zum Abschluss des zweitägigen Treffens in Karuizawa. Dort haben sich 20 führende Industrie- und Schwellenländer darauf verständigt, gegen die Verunreinigung von Gewässern durch Plastikmüll vorzugehen. "Ich bin froh, dass wir einen breiten internationalen Rahmen schaffen konnten", sagte Harada.

Die Vereinbarung ist allerdings ziemlich vage und beruht auf freiwilligen Maßnahmen. Bewährte Verfahren zur Müllvermeidung sollen ausgetauscht, Innovationen gefördert und die wissenschaftlichen Überwachungs- und Analysemethoden verbessert werden.

Ein Bericht über die Fortschritte im Kampf gegen Plastik werde einmal jährlich veröffentlicht, berichteten örtliche Medien. Nach Informationen der Zeitung "Yomiuri Shimbun" hofft die japanische Regierung, dass ein erstes Treffen dazu bereits im November stattfindet.

Das "Familienfoto" des G20-Umweltministertreffens in Japan | Bildquelle: REUTERS
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Fröhliche Gesichter für das "Familienfoto" in Karuizawa. Wie effektiv sind die beschlossenen Maßnahmen?

Gefahr durch Mikroplastik

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe sagte, er wolle, dass sein Land bei der Reduzierung des Plastikmülls in den Meeren weltweit führend wird - etwa durch die Entwicklung biologisch abbaubarer Stoffe und anderer Innovationen.

Die Inselnation Japan hat damit zu kämpfen, dass massenhaft Plastikmüll an die Küsten gespült wird. Brisant ist auch die Bedrohung durch Mikroplastik, das sich in Fischen, anderen Meeresbewohnern und Vögeln anreichert. An Mikroplastik können sich Giftstoffe anlagern, die über die Nahrungskette schließlich auf den Tellern landen. Die japanische Küche ist geprägt von Zutaten aus dem Meer.

G20-Umweltminister ringen um Abschlussdokument
Kathrin Erdmann, ARD Tokio
16.06.2019 16:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. Juni 2019 um 18:22 Uhr.

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