Carlos Ghosn | Bildquelle: AFP

Ex-Nissan-Manager Ghosn hält sich für unschuldig

Stand: 26.11.2018 03:42 Uhr

Ihm wird zur Last gelegt, Firmengelder veruntreut zu haben: Der frühere Nissan-Topmanager Ghosn sitzt deswegen in Japan in Haft - und bestreitet offenbar alle Vorwürfe.

Im Skandal beim japanischen Autobauer Nissan hat der frühere Verwaltungsratschef, Carlos Ghosn, einem Medienbericht zufolge jegliche Vorwürfe zurückgewiesen. Der japanische Rundfunksender NHK berichtet ohne Angaben von Quellen, Ghosn habe bei den Ermittlungen ausgesagt, dass er nicht die Absicht gehabt habe, in Finanzdokumenten eine zu niedrige Vergütung anzugeben.

Die Anschuldigungen finanziellen Fehlverhaltens habe er bestritten. Ghosn hat sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert.

Bereits am Samstag hatte NHK berichtet, dass der ebenfalls festgenommene Ex-Nissan-Manager Greg Kelly Ghosns Bezüge verteidigt habe. Sie seien mit der zuständigen Abteilung besprochen und ordnungsgemäß ausgezahlt worden, habe er erklärt.

Firmengelder veruntreut?

Ghosn, der auch Chef des französischen Autobauers Renault ist, wird von Nissan vorgeworfen, Firmengelder für private Zwecke verwendet und über Jahre seine Einkünfte um rund die Hälfte zu niedrig angegeben zu haben. Kelly soll ihm geholfen haben. Die beiden Manager waren am vergangenen Montag festgenommen worden. Am Donnerstag hatte sich Nissan von ihnen getrennt.

Der französische Finanzminister Bruno Le Maire forderte erneut Details zu den Anschuldigungen gegen Ghosn. "Wir haben immer noch keine Informationen zu den Vorwürfen gegenüber Carlos Ghosn und über die Anklagepunkte, die Nissan der japanischen Justiz übermittelt hat. Ich hoffe, wir werden diese Punkte rasch bekommen", sagte er dem Sender BFM-TV. Zugleich bekräftigte er das Interesse Frankreichs und Japans an der Stärkung der Allianz der beiden Autobauer Renault und Nissan.

Bei Nissan wachsen hingegen die Zweifel an der Verbindung. Man werde die Allianz auf den Prüfstand stellen deutete Nissan-Chef Hiroto Saikawa an. Dies berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Montag unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Quelle. Die Allianz mit Renault sei "nicht ebenbürtig", soll der Vorstandschef bei einem Treffen mit Beschäftigten gesagt haben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. November 2018 um 14:00 Uhr.

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