Verpackung eines Unkrautvernichtungsmittels, das den Wirkstoff Glyphosat enthält | Bildquelle: dpa

Glyphosat-Streit in Kalifornien Bayer zieht vor Obersten Gerichtshof

Stand: 02.09.2020 10:13 Uhr

20,5 Millionen Dollar Schadenersatz soll der Chemieriese Bayer einem Mann zahlen, der möglicherweise wegen des Mittels Glyphosat an Krebs erkrankt ist. Der Konzern will das nicht hinnehmen und zieht vors höchste Gericht Kaliforniens.

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer zieht in einem Verfahren um angebliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter vor das höchste Gericht des US-Bundesstaates Kalifornien. Dabei geht es um den ersten Fall mit dem Krebsopfer Dewayne Johnson.

Erst im Juli hatte ein Berufungsgericht in San Francisco den Schaden- und Strafschadenersatz, den ein Geschworenengericht Johnson im Jahr 2018 zugesprochen hatte, von ursprünglich 289 Millionen auf 20,5 Millionen Dollar gesenkt. Bayer hatte die Entscheidung als einen Schritt in die richtige Richtung bezeichnet, aber ebenso betont, das Urteil sei nicht mit der Rechtslage vereinbar. Ein Gang vor den Obersten Gerichtshof Kaliforniens war daher erwartet worden.

Gericht soll Haftung grundsätzlich prüfen

Die Entscheidung des Berufungsgerichts stehe im Konflikt mit dem Bundesrecht, argumentierte Bayer im Zuge der Einreichung des Berufungsantrages in San Francisco. Der Oberste Gerichtshof solle nun klären, ob ein Hersteller unter dem Staatsprodukthaftungsrecht überhaupt dafür haftbar gemacht werden kann, wenn keine Krebswarnung auf einem Produkt angebracht wird. Denn das Bundesrecht erlaube eine solche Warnung nicht. In diesem Zusammenhang verweist Bayer auch immer wieder auf die Unterstützung durch die US-Regierung und ihr Umweltamt EPA, die Glyphosat weiterhin als nicht krebserregend einstuften.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. September 2020 um 08:30 Uhr.

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