Ein Passant geht an einem geschlossenen Geschäft vorbei und trägt einen Schirm mit der britischen Flagge. | Bildquelle: dpa

Folgen der Corona-Krise Beschäftigung in Großbritannien bricht ein

Stand: 11.08.2020 15:46 Uhr

Das Vereinigte Königreich meldet den stärksten Rückgang der Beschäftigung seit der Finanzkrise 2009. Weil ein Kurzarbeiterprogramm bald enden soll, befürchten Experten explodierende Arbeitslosenzahlen.

Von Imke Köhler, ARD-Studio London

Die Beschäftigung in Großbritannien ist im zweiten Quartal deutlich eingebrochen - es ist der stärkste Quartalseinbruch seit der Finanzkrise 2009. Für den Zeitraum von April bis Juni meldete das Statistikamt einen Rückgang der Beschäftigtenzahl um 220.000.

Die Arbeitslosenquote ist mit 3,9 Prozent allerdings unverändert geblieben. Viele Britinnen und Briten haben die Jobsuche aufgegeben und wurden deshalb nicht als arbeitslos registriert. Besonders hart getroffen hat die Rezession die Berufseinsteiger, ältere Arbeitnehmer und ungelernte Arbeiter. Für sie ist es auch am schwierigsten, einen neuen Job zu finden.

Kurzarbeiterprogramm soll im Oktober enden

Insgesamt wird befürchtet, dass die Arbeitslosenzahl noch dramatisch ansteigen wird. Das Statistikamt schätzt, dass von März bis Juli die Zahl der Beschäftigten bereits um 730.000 gesunken ist, obwohl bisher noch das Kurzarbeiterprogramm der Regierung greift, das die Folgen der Corona-Pandemie abfedert.

Dieses Programm, von dem fast zehn Millionen Menschen profitieren, läuft nun allerdings schrittweise aus. Wenn es tatsächlich, wie derzeit geplant, am 31. Oktober endet, wird im Herbst eine Entlassungswelle befürchtet.

Stärkster Einbruch bei Beschäftigung in UK seit 2009
Imke Köhler, ARD London
11.08.2020 15:21 Uhr

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