Britische Flagge

Rückgang des Bruttoinlandsprodukts Briten stecken wieder in der Rezession

Stand: 25.04.2012 11:38 Uhr

Zum ersten Mal seit dem drastischen Wirtschaftseinbruch des Jahres 2009 ist Großbritannien wieder in die Rezession gerutscht. Zwischen Januar und März sei das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Schlussquartal 2011 um 0,2 Prozent geschrumpft, teilte die nationale Statistikbehörde in London mit. Schon zwischen Oktober und Dezember war die Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent zurückgegangen. Damit ist das wichtigste Kriterium für eine Rezession erfüllt: Konjunkturforscher sprechen in der Regel dann davon, wenn die Volkswirtschaft eines Landes zwei Quartale hintereinander einen Rückgang verzeichnet.

Regierung lehnt Konjunkturprogramm ab

Als wichtigste Gründe für die sinkende Wirtschaftsleistung wurden Probleme im Bausektor genannt. Auch in den Produktionsbereichen blieb das erwartete Wachstum aus. Viele Volkswirte hatten ursprünglich mit einem minimalen Wachstum im ersten Quartal gerechnet.

Die Regierung geht davon aus, dass die Erholung noch länger auf sich warten lässt. Sie will aber an ihrem Sparkurs festhalten. "Wir befinden uns wirtschaftlich in einer sehr schwierigen Lage", sagte Finanzminister George Osborne. Konjunkturprogramme kämen dennoch nicht infrage, weil eine Ausweitung des Schuldenbergs die Situation nur verschlimmern würde, erläuterte er.

Rezession in zahlreichen EU-Staaten

Einige andere Staaten der EU waren bereits Ende 2011 in die Rezession gerutscht. Dazu zählen Italien, die Niederlande, Irland, Dänemark, Belgien und Tschechien. Deutschlands Wirtschaftsleistung ging im Schlussquartal 2011 zum ersten Mal nach einer langen Wachstumsphase wieder zurück. Ob sich der Abwärtstrend zwischen Januar und März fortsetzte und damit auch Deutschland in eine Rezession abrutschte, gibt das Statistische Bundesamt Mitte Mai bekannt.

Für die 27 Staaten der Europäischen Union prognostiziert die EU-Kommission für dieses Jahr eine Stagnation. In den 17 Ländern der Eurozone ist demnach für 2012 sogar mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent zu rechnen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prophezeit der Eurozone im laufenden Jahr ebenfalls ein Minus von 0,3 Prozent. Für Großbritannien geht die EU aber bislang davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr um 0,6 Prozent steigen wird. Der IWF sagt der britischen Wirtschaft sogar ein Plus von 0,8 Prozent voraus.

Darstellung: