Finanzprobleme in EU-Staaten Ist der Euro in Gefahr?

Stand: 06.02.2010 03:47 Uhr

Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger
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Günther Oettinger warnt vor einer drohenden Gefahr für den Euro.

Die Finanzprobleme Griechenlands, Spaniens, Portugals und anderer EU-Staaten haben eine Debatte über drohende Gefahren für die Gemeinschaftswährung Euro ausgelöst. Der scheidende baden-württembergische Ministerpräsident und designierte EU-Kommissar Günther Oettinger sieht die "Stabilisierung der Währung" als größte Herausforderung für Europa. "Der Euro ist in Gefahr, instabil zu werden", sagte er dem "Reutlinger General-Anzeiger".

Schäuble: "Der Euro bleibt stabil"

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble widersprach dieser Einschätzung. "Der Euro bleibt stabil", sagte er zum Auftakt des G7-Finanzministertreffens im kanadischen Iqaluit. Die jüngsten Turbulenzen an den weltweiten Kapital- und Devisenmärkten wertete er als übertrieben. "Griechenland muss die Erfahrung machen, dass, wenn man über lange Zeit die Regeln nicht einhält, man einen hohen Preis zahlen muss", sagte er. Die EU habe dem Land harte Spar-Auflagen gemacht, damit dessen Staatshaushalt wieder in Ordnung komme.

Symbolbild mit einer Ein-Euro-Münze
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Die Gefahren für die Stabilität des Euro werden unterschiedlich bewertet.

Die hohen Defizite und Finanzprobleme in mehreren EU-Staaten werden Schäuble zufolge "am Rande" auch Thema des G7-Treffens sein. Der kanadische Finanzminister Jim Flaherty kündigte ebenfalls an, dass er besonders mit Blick auf die Lage in Griechenland mit seinen Kollegen über die aktuellen Probleme sprechen werde. "Ich glaube, wir müssen sehr bewusst mit der Möglichkeit des Zusammenbruchs nationaler Volkswirtschaften und der anhaltenden Existenz von giftigen Anlagen in einigen Banken umgehen", sagte Flaherty. In diesem Zusammenhang machte Schäuble deutlich, dass sich die G7-Staaten in der Einschätzung einig seien, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise noch nicht ganz überwunden sei.

Spanische Reformen gegen Finanzprobleme

Unterdessen legte die spanische Regierung Vorschläge vor, mit denen sie das wachsende Haushaltsdefizit eindämmen will. Ministerpräsident José Luiz Rodriguez Zapatero setzt dabei auf Arbeitsmarktreformen. Sie sollen Firmen die Einstellung von Mitarbeitern erleichtern. "Das Ziel sind Jobs und nochmals Jobs, und das so bald wie möglich", sagte Zapatero. Er will unter anderem Teilzeit-Jobs und Beschäftigung von ungelernten, jungen Arbeitssuchenden stärker fördern. Zudem setzt er auf ein Kurzarbeit-Modell, um den weiteren Anstieg der Arbeitslosenquote zu bremen, die mittlerweile bei rund 19 Prozent liegt. Sowohl Gewerkschaften als auch der spanische Arbeitgeberverband CEOE begrüßten die Vorschläge.

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