Container mit der Aufschrift China Shipping stapeln sich im Hafen von Schanghai. | Bildquelle: dpa

Annäherung im Handelsstreit China und USA frieren Strafzölle ein

Stand: 20.05.2018 17:22 Uhr

Die USA und China haben einen Handelskrieg vorerst abgewendet. Sie wollen ein Abkommen aushandeln, um das US-Handelsdefizit mit der Volksrepublik zu verringern. Bis dahin liegen auch Strafzölle auf Eis.

Die USA und China verzichten vorerst auf gegenseitige Strafzölle. US-Finanzminister Steven Mnuchin sagte dem US-Nachrichtensender Fox News, beide Länder hätten im Handelsstreit "sehr bedeutende Fortschritte" erzielt und sich auf einen "Rahmen" für ein geplantes Abkommen geeinigt. "Wir haben vereinbart, die Strafzölle zurückzustellen, während wir versuchen, ein Rahmenabkommen auszufertigen." 

Chinas Vize-Regierungschef Liu He erklärte nach Angaben der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua, beide Seiten würden "keinen Handelskrieg führen und die gegenseitige Erhöhung von Zöllen beenden.

China will mehr US-Waren kaufen

Zuvor hatten die beiden Länder in einer gemeinsamen Mitteilung bekannt gegeben, sie hätten einen Konsens über Maßnahmen erzielt, mit denen das US-Handelsdefizit mit Peking "erheblich" verringert werde. Beide Seiten seien demnach übereingekommen, dass China erheblich mehr amerikanische Güter und Dienstleistungen erwerben wolle, hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme. Das Weiße Haus verbreitete sie zum Abschluss zweitägiger Verhandlungen. Das Papier nennt allerdings keine Zahlen, Zeiträume oder Einzelheiten.

Beide Seiten seien sich einig, amerikanische Energie- und Agrarexporte nach China deutlich auszuweiten, so die Erklärung. "Das wird dabei helfen, das Wachstum und die Beschäftigung in den USA zu stützen." Ein US-Team solle dazu in China die Details ausarbeiten.

Containerschiff im Hafen von Miami | Bildquelle: imago/Rüdiger Wölk
galerie

2017 erzielte China im Handel mit den USA einen Überschuss von 375 Milliarden US-Dollar.

Auch Patenrecht soll reformiert werden

Der Schutz geistigen Eigentums wird in der gemeinsamem Erklärung ebenfalls erwähnt. Man sei sich seiner überragenden Bedeutung bewusst und wolle die Kooperation verstärken, hieß es. China wolle seine bestehenden Gesetze einschließlich des Patentrechts ergänzen.

Delegationen der USA und Chinas hatten sich am Donnerstag und Freitag in Washington getroffen. Von amerikanischer Seite verhandelten unter anderem Mnuchin, Handelsminister Wilbur Ross und der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer. An der Spitze des chinesischen Teams stand Liu, der von Präsident Xi Jinping gesandt worden war.

Handelsstreit: China verspricht mehr in den USA zu kaufen
Torsten Teichmann, ARD Washington
20.05.2018 20:54 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. Mai 2018 um 9:24 Uhr.

Darstellung: