Arbeiter im Honda-Werk in Swindon | Bildquelle: dpa

3500 Mitarbeiter betroffen Honda schließt Werk in England

Stand: 19.02.2019 12:03 Uhr

Der japanische Autobauer Honda schließt seine Fabrik im englischen Swindon. Das gab der Konzern bekannt. 3500 Mitarbeiter sind betroffen. Die Entscheidung hänge aber nicht mit dem drohenden Brexit zusammen.

Der japanische Autobauer Honda will seine Fabrik im südenglischen Swindon schließen, 2021 soll die Arbeit eingestellt werden. Das hat der Konzern bekanntgegeben. In dem Werk sind 3500 Mitarbeiter beschäftigt.

Honda: Globale Ausrichtung, nicht der Brexit

Als Ursache für die Schließung nannte das Unternehmen eine globale Neuausrichtung seiner Produktion. Es gehe um eine Umstrukturierung des globalen Fertigungsnetzwerkes, um sich verstärkt auf Elektroautos zu konzentrieren, hieß es. Der Brexit sei nicht der Grund, sagte der Senior Vizepräsident für Europa, Ian Howells, BBC Radio. Honda werde mehr in China, den USA und Japan investieren.

Auch der konservative Unterhausabgeordnete der Region Swindon, Justin Tomlinson, twitterte mit Verweis auf ein Gespräch mit dem Unternehmen, die Entscheidung hänge mit den weltweiten Entwicklungen und nicht mit dem Brexit zusammen. Bis 2021 würden weder Stellen gestrichen noch der Produktionsablauf geändert, versicherte Tomlinson.

Anderen Berichten zufolge soll der drohende harte Brexit zwar nicht der Hauptgrund für die Entscheidung gewesen sein, aber durchaus eine Rolle gespielt haben - insbesondere die damit verbundenen möglichen Autozölle, die für Autos aus Großbritannien bei der Einfuhr in die EU erhoben werden könnten.

Die Fabrik in Swindon ist Hondas einzige Produktionsstätte in der EU. Hier wurde in den vergangenen 24 Jahren das Modell Civic für den globalen Markt produziert. Auch die Civic-Produktion in der Türkei werde 2021 eingestellt, teilte Honda mit. Der britische Wirtschaftsminister Greg Clark sprach von einer "katastrophalen Entscheidung". Es sei ein heftiger Schlag für Tausende von Mitarbeitern, deren Familien und auch für die Zulieferer.

Brexit sorgt für große Verunsicherung

Der für Ende März geplante Brexit sorgt in der Wirtschaft für große Verunsicherung. Nach wie vor ist unklar, ob die Trennung chaotisch erfolgen wird oder ob es in Großbritannien doch noch eine parlamentarische Mehrheit für einen Austrittsvertrag mit der EU geben wird.

Der japanische Autobauer Nissan hatte Anfang Februar seine Pläne für die Fertigung seines SUV X-Trail im nordenglischen Sunderland beerdigt und gab als einen Grund Unsicherheiten hinsichtlich des Brexit an. Zuvor hatte der europäische Flugzeug- und Rüstungskonzern Airbus "sehr schmerzhafte" Entscheidungen für einen britischen EU-Austritt ohne Abkommen angekündigt.

Der japanische Elektronikriese Sony will seinen Europasitz aus Sorge vor den Konsequenzen eines harten Brexit von Großbritannien in die Niederlande verlegen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 19. Februar 2019 um 11:30 Uhr in der Wirtschaft.

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