Asiatische Besucher schauen auf ein Modell des Porsche Cayenne | Bildquelle: AP

Zuschlag für Automesse Die nächste IAA ist in München

Stand: 03.03.2020 18:52 Uhr

München hat den Zuschlag für die Internationale Automobilausstellung IAA erhalten. Das hat der Branchenverband VDA entschieden. Damit gehen Berlin und Hamburg leer aus, die ebenfalls in der Endauswahl waren.

Die Internationale Automobilausstellung IAA wird künftig in München stattfinden. Das habe der Vorstand des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) entschieden, teilte der Verband mit. Er werde nun die Verhandlungen mit der bayerischen Landeshauptstadt fortführen, um in den kommenden Wochen zu einem Vertragsabschluss zu kommen.

"Es war ein sehr enges Rennen, für das ich den Beteiligten herzlich danke", teilte VDA-Chefin Hildegard Müller mit. Dass München den Zuschlag bekommen würde, hatte sich in den Stunden zuvor bereits angedeutet. Erst am Morgen verlautete aus VW-Kreisen, dass der Konzern die bayerische Landeshauptstadt bevorzuge. München habe auch damit überzeugt, "die Innenstadt und citynahe, hochattraktive Plätze als Event Locations zur Bühne der IAA zu machen", hieß es vom VDA.

"Als Technologie- und starker Industriestandort und Sitz zahlreicher Hightech-Konzerne, Start-ups und Forschungseinrichtungen sowie innovativer Unternehmen der Automobilindustrie ist München ein ausgezeichneter Partner zur Neuausrichtung der IAA."

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Viel Kritik und sinkende Besucherzahlen

Die alle zwei Jahr stattfindende Messe wurde über fast sieben Jahrzehnte in Frankfurt am Main ausgerichtet. Nach sinkenden Besucherzahlen und viel Kritik an dem Branchentreff suchte der Verband einen neuen Ort und ein neues Image für die Leistungsschau der Autoindustrie.

Sieben Städte hatten sich beworben, um die Messe künftig auszurichten. Schließlich blieben München, Hamburg und Berlin in der Endrunde. Der traditionelle Austragungsort Frankfurt am Main, Köln, Hannover und Stuttgart waren bereits in der Vorrunde ausgeschieden.

Messe München | Bildquelle: dpa
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Fast 70 Jahre lang war Frankfurt am Main die Bühne für die IAA, ab 2021 wird die Automobilmesse in München sein.

Niederlage für Berlin und Hamburg

Bei Sachkennern außerhalb der entscheidenden Gremien galt in den Wochen zuvor Berlin als Favorit. Messechef Christian Göke wollte die Fanmeile zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule zu einem zentralen Schauplatz der IAA machen. Allerdings gab es auch Zweifel, dass alle Beteiligten von der Idee überzeugt seien, die IAA künftig in der Bundeshauptstadt zu veranstalten. Vor allem die Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) hatte Kritik des Koalitionspartners auf sich gezogen, nicht zu 100 Prozent hinter den Messeplänen zu stehen. Pop war der Präsentation der Bewerbung vor dem VDA in Berlin ferngeblieben.

Hamburg wiederum warb damit, neue Wege in der Mobilität aufzuzeigen. Für den Standort sprachen demnach kurze Wege zwischen den Messehallen und dem Heiligengeistfeld, wo das Außenprogramm geplant war, unmittelbare Anbindung an die Innenstadt und eine Vielzahl innovativer Verkehrsprojekte. "Es war ein ideenreicher, ambitionierter, aber immer fairer Wettbewerb, den wir natürlich gern gewonnen hätten," erklärte Bernd Aufderheide, Chef der Hamburger Messe, und gratulierte den Bayern.

Für München fiel nun die Entscheidung, auch wenn dort mit BMW ein großer traditioneller Autokonzern seinen Sitz hat. Unter anderem deshalb kündigte BMW bereits an, während der IAA sein Firmenlogo am Vierzylinderhochhaus direkt am Olympiapark durch das IAA-Logo ersetzen zu wollen. Die Landeshauptstadt warb mit Erfahrung bei Großveranstaltungen, dem Flughafen sowie mit der High-Tech-Industrie mit Firmen wie Google, Apple, Microsoft, Amazon und Start-up-Konferenzen wie Bits & Pretzels.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 03. März 2020 um 18:00 Uhr.

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