Siemens erhält Zulassung Verspätete Einfahrt des neuen ICE

Stand: 23.12.2013 14:51 Uhr

Eigentlich sollte es schon im Oktober 2011 so weit sein. Doch die Deutsche Bahn (DB) musste dann doch noch gut zwei Jahre auf ihre neuen ICE-Züge warten. Wie der Hersteller Siemens mitteilte, hat das Eisenbahn-Bundesamt die Hochgeschwindigkeitszüge nun zugelassen. Vier Züge habe die Bahn bereits erhalten. Weitere sollen im Frühjahr folgen.

Die vier bereits übergebenen ICE würden zunächst im Probebetrieb getestet und anschließend als Reservefahrzeuge für die bestehende ICE-Flotte vorgehalten, erklärte der für den Personenverkehr zuständige Bahn-Vorstand Ulrich Homburg in Berlin.

Ein Monteur arbeitet in einer Siemens-Fabrikationshalle an einem ICE-Zug vom Typ "Velaro D". (Archiv)
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Problemkind: Ein Monteur arbeitet in einer Siemens-Fabrikationshalle an einem ICE-Zug vom Typ "3M/Velaro D". (Archiv)

Testfahrten für Betrieb in Europa

Die Zulassung durch das Eisenbahnbundesamt sei "ein erster Schritt in die richtige Richtung", erklärte Bahn-Chef Rüdiger Grube. Und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach von "positiven Signalen", denn nun könne die Bahn ihre Flotte vergrößern und weiter modernisieren.

Allerdings steht eine Genehmigung für den grenzüberschreitenden Verkehr nach Belgien und Frankreich noch immer aus. Acht der ursprünglich 16 bestellten ICE-Züge sind daher nach Siemens-Angaben in Absprache mit der DB für Testfahrten in Belgien und Frankreich reserviert, um die notwendigen Zulassungen vorzubereiten.

Seit 2008 hatte die Bahn bei Siemens die 16 Hochgeschwindigkeitszüge der dritten Generation im Wert von über 500 Millionen Euro bestellt. Sie hätten eigentlich schon im Oktober 2011 ausgeliefert werden sollen. Doch wegen technischer Probleme und Streit zwischen der Deutschen Bahn, Siemens und dem Eisenbahn-Bundesamt hatte es immer wieder Verzögerungen gegeben. Zuletzt hatte Siemens die Auslieferung im Herbst 2012 hinausgeschoben. Damals waren nach Konzernangaben bei Testfahrten "Probleme mit der Zugsteuerung" aufgetreten. Das Zulassungsverfahren begann schließlich im August dieses Jahres.

Kooperation soll Probleme vermeiden

Die fortlaufenden Pannen bei der Großbestellung waren besonders für Siemens unangenehm gewesen. Der Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser hatte das Treiben um die Züge als "Mega-Peinlichkeit" bezeichnet. Beim der nächsten Zug-Generation ICX, die die Intercity- und Eurocity-Flotten ablösen soll, müsse es besser laufen. Daher wurde eine gemeinsame Arbeitsgruppe von Bahn und Siemens eingerichtet, die Probleme frühzeitig erkennen und beseitigen soll. Die Auslieferung des ICX ist für 2017/2018 geplant.

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