Elvira arbeitet in der Montage der 1,5 Liter Otto-Motoren im Volkswagen Werk Salzgitter.  | Bildquelle: dpa

Ifo-Index Ein kleiner Lichtblick - zunächst

Stand: 24.02.2020 12:09 Uhr

Die Stimmung in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im Februar trotz der Coronavirus-Epidemie leicht aufgehellt, wie die Daten des Ifo-Index zeigen. Das kommt überraschend, aber jüngste Entwicklungen sind noch nicht berücksichtigt.

Das Barometer für das Ifo-Geschäftsklima stieg überraschend auf 96,1 Punkte von 96,0 Zählern, wie das Münchner Institut zu seiner Umfrage unter rund 9.000 Managern mitteilte. Von Reuters befragte Volkswirte hatten hingegen mit einem Rückgang auf 95,3 Zähler gerechnet.

"Die deutsche Wirtschaft scheint von der Entwicklung rund um das Coronavirus unbeeindruckt", erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Firmenchefs beurteilten ihre Aussichten günstiger, aber ihre Geschäftslage skeptischer als zuletzt. Die Umfrageergebnisse und andere Indikatoren würden auf ein Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent im ersten Quartal hindeuten, teilte das Institut mit.  

Jüngste Entwicklungen nicht berücksichtigt

Eine Entwarnung gibt es aber nicht: "Die jüngste Dynamik der Epidemie wird in unserer aktuellen Umfrage noch nicht komplett abgebildet", sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe. "Die neuen Entwicklungen in Südkorea und Italien etwa sind noch nicht berücksichtigt. Das werden wir erst im März sehen." Im Moment sei die Unsicherheit hoch, doch könne die deutsche Wirtschaft auch glimpflich davonkommen.

"Das Geschäftsklima ist noch ohne Virus-Befund", meint Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampe. "Offensichtlich dauert der Transport etwas länger, bis die Meldungen über Lieferstörungen und Absatzeinbrüchen in China auch hierzulande im Geschäftsklima ankommen."

Coronavirus: Es wird bedrohlich

Die Angst vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus hat die Märkte immer fester im Griff. Die globale Konjunktur könnte aus dem Tritt geraten, warnende Stimmen von Finanzexperten, Volkswirten und Notenbankern werden lauter.

Dax sinkt weiter

Die deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Jahr wegen schwacher Weltkonjunktur, Handelskonflikten und Brexit-Chaos mit 0,6 Prozent so langsam gewachsen wie seit 2013 nicht mehr. Mit der Coronavirus-Epidemie hat sich nun ein neues Konjunkturrisiko hinzugesellt. Für dieses Jahr geht die Bundesbank bislang von einem Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 1,0 Prozent aus.

Zuletzt äußerten sich Volkswirte, Notenbanker und andere Experte besorgt über die Auswirkungen des Virus. Euro reagierte auf die Daten mit einem leichten Sprung nach vorn. Der Dax sackte hingegen auf ein Tagestief. Offensichtlich wird die positive Botschaft angesichts der aktuellen Lage mit Vorsicht wahrgenommen.      

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Vor einigen Tagen war der ZEW-Index dagegen stark zurückgefallen. Finanzmarktexperten machen sich demnach ernste Sorgen wegen des Coronavirus. Vor allem die Exportwirtschaft dürfte die Folgen zu spüren bekommen, lautete die Einschätzung der Fachleute.

ts

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Februar 2020 um 15:00 Uhr sowie der Deutschlandfunk am 24. Februar 2020 um 13:00 Uhr.

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