Ackermann sagt im IKB-Prozess aus "Hier scheint etwas faul zu sein"

Stand: 12.05.2010 15:33 Uhr

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank AG, Josef Ackermann, sitzt in Düsseldorf in einem Sitzungssaal des Landgerichtes im Gerichtsverfahren um den Beinahe-Zusammenbruch der IKB im Zeugenstand
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Diesmal ohne V-Zeichen: Josef Ackermann im Landgericht Düsseldorf

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann bestreitet eine Schuld seines Instituts an der Beinahe-Pleite der IKB. Sein Haus habe Ende Juli 2007 die Probleme der Düsseldorfer Bank nicht ausgelöst. "Wir haben die Linien nur gekappt, weil die Schieflage schon eingetreten war", sagte Ackermann als Zeuge im Prozess gegen den ehemaligen IKB-Vorstandschef Stefan Ortseifen vor dem Düsseldorfer Landgericht. Alles andere "wäre gutes Geld schlechtem hinterwerfen" und den Aktionären der Deutschen Bank "nicht zumutbar" gewesen.

Ortseifen hatte der Deutschen Bank die Schuld am Beinahe-Zusammenbruch der Krisenbank gegeben. Das Institut habe seine Handelslinien für die IKB am 27. Juli 2007 geschlossen, damit aus Sicht des Marktes für ein "Fanal" gesorgt und dem Geldhaus einen "unermesslichen Reputationsschaden" zugefügt.

"Hier scheint etwas faul zu sein"

Ackermann sagte dagegen, die IKB habe eine vollständige aktuelle Bewertung des Portfolios ihrer Zweckgesellschaft Rhineland zwar mehrfach zugesagt, aber die Herausgabe der Zahlen immer wieder verzögert. "Nachdem wir mehrere Tage keine Transparenz bekommen haben, hatten wir den Verdacht: Hier scheint etwas faul zu sein", sagte Ackermann. Zudem gab es "immer mehr Gerücht im Markt, dass die IKB eine Schieflage hat".

Eigene Berechnungen hätten ergeben, dass das Eigenkapital der IKB "praktisch weg" gewesen seien. Außerdem habe es Hinweise gegeben, dass die IKB sich damals bereits nicht mehr refinanzieren konnte. Er habe dann auch die Finanzaufsicht BaFin eingeschaltet. Deren Prüfer hätten die Berechnungen der Deutschen Bank und damit die Schieflage letztlich bestätigt.

Erster Bankmanager vor Gericht

Die Staatsanwaltschaft wirft dem damaligen IKB-Chef Börsenkursmanipulation vor. Er soll die Lage der Bank noch wenige Tage vor deren Absturz irreführend beschönigt haben. Ortseifen ist der erste Bankmanager in Deutschland, der sich wegen der Finanzkrise vor Gericht verantworten muss. Ortseifen hat den Vorwurf zurückgewiesen. Er habe selbst nicht wissen können, in welch prekäre Lage die IKB kommen würde, als sie am 20. Juli 2007 in einer Pressemitteilung erklärte, sie sei von der US-Immobilienkrise nur in geringem Umfang betroffen.

Früherer IKB-Vorstand Ortseifen vor Gericht
tagesschau 17:00 Uhr, 16.03.2010, Norbert Hahn, WDR

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Die IKB hatte - unter anderem über die Deutsche Bank - riskante US-Hypothekenpapiere angehäuft, die mit Beginn der Finanzkrise massiv an Wert verloren. Nur weil die Staatsbank KfW als damalige Großaktionärin, die Bundesregierung und andere Banken ihr unter die Arme griffen, überlebte die IKB die Krise. Insgesamt kostete die Rettung der Bank mehr als zehn Milliarden Euro. Der Großteil davon kam vom Bund und damit dem Steuerzahler.

Die Bundesregierung hatte die IKB anschließend für einen Bruchteil ihres einstigen Werts an den US-Finanzinvestor Lone Star verkauft.

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