Container im Hamburger Hafen | Bildquelle: dpa

Deutsche Industrie Viel weniger Aufträge im Februar

Stand: 04.04.2019 11:05 Uhr

Ökonomen sorgen sich um die deutsche Konjunktur: Im Februar wurde der stärkste Auftragseinbruch seit zwei Jahren verzeichnet. Grund dafür ist die stark gesunkene Nachfrage aus dem Ausland.

Die deutsche Industrie hat im Februar überraschend den stärksten Auftragseinbruch seit mehr als zwei Jahren erlitten. Das Neugeschäft im verarbeitenden Gewerbe schrumpfte vor allem durch eine schwache Auslandsnachfrage um 4,2 Prozent zum Vormonat, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Bereits im Januar waren die Aufträge um 2,1 Prozent zurückgegangen.

"Im Februar waren in den meisten Wirtschaftsbereichen sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland weniger Bestellungen zu verzeichnen", erklärte das Ministerium. In den kommenden Monaten sei insbesondere wegen fehlender Auslandsnachfrage weiterhin mit einer verhaltenen Industriekonjunktur zu rechnen.

Beim Auftragseingang aus dem Ausland meldete das Statistische Bundesamt einen Rückgang um sechs Prozent im Monatsvergleich. Aus dem Inland gingen die Aufträge nur um 1,6 Prozent zurück.

Ökonomen überrascht

Ökonomen zeigten sich von der Abwärtsdynamik überrascht. Erwartet worden war ein leichter Anstieg um 0,3 Prozent. Hauptursache soll die aktuelle Konjunkturschwäche in China sein, einem der wichtigsten deutschen Handelspartner.

"Die Auftragseingänge signalisieren einen klaren Abschwung", sagte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Die Dauer des Abschwungs hänge entscheidend von Konjunkturmaßnahmen der Regierung in China ab. "Ein erneuter herber Rückschlag", erklärte Jens-Oliver Niklasch von der LBBW. "Die Industriekonjunktur ist wohl schon fast im freien Fall."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 04. April 2019 um 11:00 Uhr.

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