Container werden im Hamburger Hafen auf Lastwagen verladen | Bildquelle: dpa

Wirtschaftliche Beziehungen Wie wichtig ist der Iran für deutsche Firmen?

Stand: 09.05.2018 13:46 Uhr

Deutsche Konzerne fürchten durch den US-Ausstieg aus dem Atomabkommen Einbußen und fordern Hilfe von der EU und der Bundesregierung. Doch welche Rolle spielt der Iran als Wirtschaftspartner für Deutschland?

Unter deutschen Unternehmen herrscht Unsicherheit nach der Entscheidung der USA, aus dem Atomabkommen mit dem Iran auszusteigen. Drohen den Konzernen nun Strafen, wenn sie weiter Geschäfte mit dem Iran betreiben? Wird der Handel abgeschwächt?

Die US-Entscheidung, den Iran wieder mit Sanktionen belegen zu wollen, "trifft die deutsche Wirtschaft hart", warnte auch Eric Schweitzer, der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages. Darum habe die Wirtschaft die Bundesregierung "um Beistand gebeten", um die deutsch-iranischen Handelsbeziehungen zu sichern. Genau das fordert die deutsche Industrie auch von der EU: Deren Kommission müsse nun neben außen- und sicherheitspolitischen Aspekten auch wirtschaftliche Faktoren stärker beachten.

Die Bundesregierung kündigte über ihren Sprecher, Steffen Seibert, bereits an, dass sie mögliche Folgen für die deutsche Wirtschaft prüfen wolle. Auch die Auswirkungen auf die Arbeit der Banken würden geprüft, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. Das US-Finanzministerium habe umfangreiche Ausführungsbestimmungen veröffentlicht, die nun ebenso wie die Frage von Fristen genau analysiert würden.

Doch wie wichtig ist der Iran für Deutschland? Und welche Rolle spielen die Beziehungen zu deutschen Unternehmen im Gegenzug für die iranische Wirtschaft? Ein kurzer Überblick:

EU-Politiker reagieren auf Trumps Entscheidung
09.05.2018

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Wer handelt mit dem Iran?

Rund 10.000 deutsche Unternehmen betreiben Handel mit dem Iran, darunter auch Großkonzerne wie Siemens. Im Iran selbst haben etwa 120 deutsche Firmen einen Sitz mit eigenem Personal. Wie viele Unternehmen im Iran mit deutscher Beteiligung betrieben werden, ist nicht genau erfasst.

Womit wird gehandelt?

Für Deutschland spielt der Iran als Wirtschaftspartner eine eher kleine Rolle. Im Exportgeschäft entfallen gerade einmal 0,2 Prozent aller ins Ausland gelieferter Waren auf den Iran. Doch immerhin stieg die Exportquote deutscher Produkte im vergangenen Jahr überdurchschnittlich an: Deutsche Unternehmen verdienten rund drei Milliarden Euro mit den Ausfuhren in den Iran, ein Plus von 400 Millionen Euro.

Eine wesentlich geringere Rolle spielt der Import aus dem Iran: Gerade einmal 400 Millionen Euro wurden dafür 2017 von Deutschland ausgegeben. Auf die gesamten Importe in die Bundesrepublik bezogen sind das 0,04 Prozent. Neben Lebensmitteln, wie Trockenfrüchten, kauft Deutschland aber industrielle Vorprodukte ein, etwa für die eigene Autoindustrie.

Umgekehrt ist Deutschland einer der wichtigsten Handelspartner für den Iran in der EU. Das Land importiert vor allem Maschinen aus der Bundesrepublik, im vergangenen Jahr ließ sich der Iran diese Einfuhren mehr als 900 Millionen Euro kosten. Auch pharmazeutische Produkte bezieht der Iran teils aus der Bundesrepublik.

Was belastet die Handelsbeziehungen?

Die iranischen Banken bekamen die Folgen der Sanktionen, die vor dem Zustandekommen des Atomabkommens 2015 gegen den Iran in Kraft waren, zu spüren - und konnten sich auch schwer davon erholen, nachdem die Strafmaßnahmen auf Eis gelegt worden waren. Die schwache Konjunktur des Landes und das Einmischen der eigenen Regierung erschwerten stabile Geschäfte.

Die Banken des Iran sind daher nach wie vor kaum in der Lage, große Projekte ausländischer Konzerne im eigenen Land zu finanzieren. Dabei gibt es solche Projektanfragen, im Bereich der erneuerbaren Energie etwa.

Das Geld dafür müsste aber meist von Großbanken aus dem Ausland kommen. Doch bei denen wächst durch den US-Ausstieg aus dem Atomabkommen die Angst, dass künftige Sanktionen auch ihre Geschäfte treffen könnten.

Komplizierte Lage für deutsch-iranische Wirtschaft
tagesschau24 09:00 Uhr , 09.05.2018, Martin Polansky, RBB

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Mit Informationen von Reuters

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 09. Mai 2018 um 12:00 Uhr.

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