Containerschiffe im Hafen von Qingdao. | Bildquelle: dpa

Wirtschaftswachstum nach Corona IWF erwartet Boom in Asien

Stand: 21.10.2020 16:43 Uhr

Wie gut wird sich die Wirtschaft vom Einbruch wegen der Pandemie erholen? Der Internationale Währungsfonds ist für die asiatischen Staaten deutlich optimistischer als für Europa.

Die Erholung der Wirtschaft nach der coronabedingten Rezession wird nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Asien deutlich kräftiger ausfallen als in Europa. "Die Asien-Pazifik-Region ist von dieser Krise als erstes getroffen worden, und viele Volkswirtschaften werden auch als erstes wieder herauskommen", heißt es in einer neuen IWF-Studie.

Der Währungsfonds erwartet für die Region, zu der auch Australien und Neuseeland gerechnet werden, ein Wirtschaftswachstum von 6,9 Prozent im kommenden Jahr. Das wäre deutlich mehr als das Plus von 4,7 Prozent, das der IWF für Europa prognostiziert.

Bei der Eindämmung des Coronavirus habe sich Asien vergleichsweise gut geschlagen, "vielleicht wegen der Erfahrung mit früheren Pandemien", sagte der IWF-Experte Jonathan Ostry. In China war das Virus zuerst entdeckt worden. Allerdings hatte die Staatsführung schnell mit harschen Einschränkungen gegengesteuert.

Große Ungleichheit

Vietnam und China gehören zu den wenigen Länder weltweit, in denen die Experten bereits in diesem Jahr ein spürbares Wachstum erwarten. Die kräftigste Erholung im kommenden Jahr wird von den asiatischen Staaten laut IWF Indien erleben - mit einem Plus von 8,8 Prozent.

Der Währungsfonds geht davon aus, dass die Erholung von Land zu Land sehr unterschiedlich ausfallen wird. "Die Ungleichheit in Asien wurde schon vor der Krise immer größer", sagte Ostry. Wegen oft fehlender Sozialsysteme litten arme Menschen in der Region besonders stark unter der Krise.

Für Europa bleibt der konjunkturelle Ausblick durchwachsen. Die Erholung werde sich hinziehen, so der IWF. Das größte Risiko für Europas Wirtschaft sei die zweite Welle an Infektionen im Herbst und Winter. Außerdem könnte ein harter Brexit ohne Handelsabkommen zwischen EU und Großbritannien die Krise verschärfen.

IWF-Experte Alfred Kammer sagte, gegenüber früheren Schätzungen fehle Europa eine Wirtschaftsleistung von fast drei Billionen Euro. "Ein Großteil dieses Verlustes wird mittelfristig nicht wieder aufgeholt werden."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Oktober 2020 um 05:21 Uhr.

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